[2nd Step] Tom – Brennende Luft und ein verschwundenes Auto

Schlagartig hatte sich die Temperatur abgekühlt nachdem die Sonne hinter dem Sonnenuntergang verschwunden war. Tagsüber hatte die Luft noch überall geflimmert. Egal wohin man sah. Doch mit dem Verschwinden der Sonnenstrahlen verschwand nicht nur die Helligkeit, sondern auch die Wärme. Im ersten Moment war das noch angenehm, da Tom sich aufgemacht hatte ein wenig die UMgebung zu erkunden. Dabei war er auf einen der vielen steinernen Erhöhungen geklettert. Sein Blick reichte nun weit über die sandige Taklamakan-Wüste in den weiten Asiens.

Das er langsam anfing zu frösteln, damit hatte er gestern noch nicht gerechnet. Tom war im Rahmen seiner Weltreise mit dem Auto auf der Trans-Taklamakan unterwegs gewesen, als ihm der Kühler explodierte. Der Wagen rollte noch ein paar Meter weiter, bis er im Sand am Straßenrand zum Stehen kam. Der Moment hätte kaum unpassender sein können. Nicht nur, das sich im Umkreis von 2.500km um den Agen herum nur Sandwüste befand, nein auch seine Wasserverräte waren schon fast zur Neige gegangen. Tom müsste laut seiner Karte noch ungefähr 50km laufen um die nächste größere Oase zu erreichen.

Natürlich war es geplant gewesen, dass eine Weltreise spannend werden würde, doch auf sowas hätte er gerne verzichtet. Doch es blieb ihm nichts anderes übrig. Irgendwer musste sich schließlich an die Straße stellen und auf Hilfe hoffen. Nach 3 Stunden hatte Tom dann Glück. Kurz nachdem er seine letzte Wasserflasche geleert hatte, kamen zwei Männer auf der Straße entlang. Nach einem kurzen Gespräch, mit Händen und Füßen, wurde er dann ans Seil genommen und abgeschleppt. Einen kurzen Moment ging Tom ein Bild aus grauer Vorzeit durch den Kopf. mussten sich so hilflos die Leibeigenen zu Zeiten der historischen Seidenstraße gefühlt haben?

Neben der überraschenden Hilfe der beiden Männer, kam direkt 10km weiter die nächste Überraschung.
Erst wurde das vordere Auto langsamer und bog schließlich von der einzig sichtbaren Straße ab um durch den tiefen Sand zu fahren. Danach führte der Weg zwischen steinernen Riesen hindurch auf einer nicht sichtbaren Route. Eine gefühlte unendlichkeit im heißen Wagen später tauchten einige Zelt am Horizont auf. Erst glaubte Tom an eine Fata Morgana, doch die Zelte existierten weiterhin als er direkt vor ihnen zum Stehen kam. Hinter diesen Zelten befand sich eine Felswand aus der langsam aber stetig ein wenig Wasser lief. Ein winziger Bach zog sich ein paar Meter über den Boden, bevor das Wasser im Sand versickerte.

So herzlich wie die anderen sich begrüßten, verstand Tom so langsam. Anscheinend hatten sie ihn zu ihrer Familie gebracht die sich hier ein Lager aufgebaut hatten. Bei dem anschließenden Gespräch beim überraschend reichhaltigen Abendmahl wurde seine Vermutung bestätigt. Neben dem Essen staunte Tom auch über die Hilfsbereitschaft der Nomadenfamilie. Am nächsten Tag würde man für ihn die Teile besorgen die für die Reperatur von Nöten wären. Ein wenig beschämt stimmte er dennoch freudig zu. Auch wenn das bedeutete weitere 5 Tage hier festzusitzen. DO so wie sich die Familie bisher präsentierte, so gab es wohl schlimmeres.
Am dritten Tag klettere Tom dann auf besagte Erhöhung und ließ seinen Blick schweifen.

Langsam wurde dann doch die Jacke über die Schultern geschlossen. Es hatte zwar immer noch ungefähr 20°C, doch verglichen mit den kurz vorher noch erlebten 45° war das empfindlich kühler. Gerade als der Reißverschluss geschlossen war, leuchteten Autoscheinwerfer in der Nacht auf. Doch spurlos vershwand auf einmal der Wagen. Nicht hinter einem Felsvorsprung oder hinter einer Düne. Er war einfach weg.
Tom traute zuerst seinen Augen nicht, doch das Auto war tatsächlich einfach verschwunden.
Neugierig wie er war, lies er sich nicht lange bitten. Eilig kletterte er wieder von seiner Aussichtsplattform herunter und lief in Richtung der Stelle, wo er das Auto zuletzt gesehen hatte.

Bald hatte er auch die Autospuren gefunden, die der Wind noch nicht verwischt hatte, doch diese endeten schlagartig. Wie vom Erdboden verschluckt schien es. Doch als er den Kopf senkte fiel im ein Spalt auf. nicht sehr groß. Vielleicht 50cm. Doch nicht nach unten, sondern vor ihm. Es schien wie etwas, wo man drunter kriechen konnte. „Vielleicht würde eshier in der Wüste doch noch ganz spannend werden„, dachte sich Tom und ging in die Knie um besser hineinsehen zu können. Er erblickte mehrere Meter Sand, bevor Beton von der Dunkelheit verschluckt wurde. Das musste erforscht werden. Warum zur Hölle verschwand hier ein Auto und warum war hier unter dem Sand Beton vergraben?

Auf dem Bauch liegend arbeitete sich der Abenteurer weiter unter die Klappe. Von unten gesehen stellte man fest, das es sich nicht um Felsen unter dem Sand handelte, sondern um Stahl. Scheinbar kletterte er tatsächlich unter eine verschließbare Rampe. Einige Meter später konnte er schon wieder mit eingezogenem Kopf gehen, wiederum ein wenig später schon aufrecht gehen. Im Schein seiner Stirnlampe blickte Tom sich um. Je weiter er ging, um so unnatürlicher wurde es. Es glich mittlerweile einer industriell gefertigten Zufahrt zu etwas.
Dann fiel der Lichtschein auf weiteren Beton. Diesmal allerdings nicht unter ihm, sondern vor ihm. Er stand vor einem riesigen Tor.
In der Breite maß es vielleicht zehn Meter, in der Höhe immerhin noch fünf Meter.

Nach einem gedanklichen „Was zur Hölle…„, folgte umgehend ein „FUCK!„.

Diesmal allerdings laut und deutlich ausgesprochen. In dem Moment, als sich mit einem lauten Knirschen der Ausgang über die Rampe endgültig schloss…

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Schreibt hier immer mal wieder seine Gedanken nieder.

Da er überflüssige Worte für eben genau das hält, erscheint hier nur ein Beitrag wenn er der Meinung ist, dass diese Worte auch gesagt werden sollen.

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