Altersbegrenzung bei Twitter – Soziale Netzwerke nur bis 50?

„Spätestens ab dem 75. Lebensjahr sollen Untersuchungen verpflichtend sein“, sagte DAV-Fachanwalt Christian Funk. Dieser so weiter: „Bei den Tests muss die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr ähnlich wie beim Führerscheinerwerb von neutralen Stellen überprüft werden“

Quelle: http://www.berliner-kurier.de/25605964 ©2017

Immer weider flammen Diskussionen auf, wenn es um die Fahrtauglichkeit von Senioren und älteren Menschen geht. Auch in meinem beruflichen Alltag bin ich immer mal wieder mit Situationen konfrontiert, bei denen ich denke „Bitte lass sich diese Person nicht (mehr) hinters Lenkrad setzen. Hier gibt es allerdings streng messbare Definitionen. Wer eine Sehleistung von unter 70% hat, besteht zum Beispiel keinen Führerscheinsehtest.

Anders sieht es allerdings aus, wenn es um das Thema Soziale Netzwerke geht. Hier gibt es zwar AGBs, doch „Wo kein Kläger da kein Richter.“ Sofern also kein strafrechtlich relevanter Tatbestand erfüllt ist, ist man den „Geisterfahrern“ ausgeliefert. Im Auto mag das vielleicht körperliche Konsequenzen für den Geisterfahrer haben, doch im Internet bewegt man sich im leeren und zudem geschützten Raum. Hier eckt man höchstens mit Worten an. Mit Worten die zum Kopfschütteln verleiten. Mit Szenerien die andere veranlassen zu gehen, das Weite zu suchen.

Erst letztens habe ich es wieder erlebt, dass sich Menschen aneinander aufgeschaukelt haben die es aufgrund ihrer Lebenserfahrung eigentlich besser wissen dürften. Da wurde von Vergeltung gesprochen. Auf selbst langjährige Weggefährten wurde teilweise keine Rücksicht mehr genommen. Selbst als diese deutlich gemacht haben, dass es so langsam mal reichen würde. Das man den Quatsch nun nicht mehr lesen wollen würde.
Es ging sogar so weit, dass mit Anwalt und Anzeige argumentiert wurde.
Aber wiederum: Wenn kein Kläger, dann kein Richter. Erst recht nicht, wenn es sich digital abspielt.

Aufgrund des Alters der Kombattanten hatte ich auf einen gemäßigten Umgang miteinander gehofft. Auf innere Ruhe und Ausgeglichenheit. Weit gefehlt offensichtlich. Daher stelle ich mir schon die Frage: Wenn es ein Mindestalter für soziale Netzwerke gibt, warum nicht auch die Höchstalter?

Bei Kindern wird begründet, dass sie die Reichweite und die Gefahren in sozialen Netzwerken nicht ein- und abschätzen können.

Ich sehe es bei Senioren tatsächlich ähnlich. Gerade dann, wenn Sie das Internet neu für sich entdecken. Wobei, wenn sie ganz frisch in der Welt des Internets sind sind sie wahrscheinlich noch recht vorsichtig. „Man hat da ja schon von so komischen Sachen gehört. Damals. Bei der Renate Bergmann…“

Wirklich kritisch sehe ich es aber bei den Middle Agern. Sie kennen sich im Internet aus. Sind stellenweise damit gewachsen und groß geworden. Manche haben die Scheu abgelegt und wissen ziemlich genau was sie tun. Sie wissen, dass sie im Netzwerk relativ viel Narrenfreiheit haben und nutzen diese für ihren Spaß. Und gehen manchmal bewusst zu weit. Weil es ihnen völlig egal ist.

Das große Problem was ich daran sehe ich die altersgegebene Autorität. Die sie dann bereits haben. Gerade dann, wenn sie eine größere oder große Anzahl an Followern haben auf die sie einwirken können. Seien es Stammtischparolen, Pöbeleien oder unangemessenes Verhalten. Sie sind Multiplikatoren. Influencer im Sozialen.

Kindern und Jugendlichen spricht man die geiste Reife ab mit sozialen Netzwerken umzugehen. Warum nicht auch Erwachsenen?
Was ist wenn diese Erwachsenen eben jene Kinder mit Orientierungswunsch anleiten?

Ja, ich bin der Meinung, dass man Veratwortung trägt in einem sozialen Netzwerk. Ebenso wie man diese ausserhalb der digitalen Welt trägt. Oder sollte man einem Kind sagen „Ey, pöbel den Nachbarn mal an. Mit den bösesten Wörtern die dir einfallen.“?
Was aber, wenn es von Menschen, die Orientierung anbieten, immer wieder vorgelebt wird?

Kommen wir zur Überschrift zurück.
Natürlich ist es Quatsch ein Alterslimit in sozialen Netzwerken zu fordern. Das würde jedem Gedanken eines sozialen Netzwerkes zuwider laufen.
Netzwerke basieren darauf, dass Menschen sich finden. Wieder zusammen finden. Sich neu entdecken. Gerade dann wenn die ersten Freundschaften wieder gehen, auseinandergerissen werden oder drohen aus den Augen verloren zu werden sind Netzwerke eine Stütze.
Stützen bei Schicksalsschlägen, Lauschen bei sorgenvollen Lebensphasen und freuen sich mit dir wenn du großes Erreicht hast. Sie sind eine Unterstützung der „echten Welt“ geworden.
Was aber wenn durch bewusste oder unbewusste Verhaltensweisen dieses Soziotop sabotiert wird. Vielleicht sogar absichtlich, bewusst, gestört wird?

Zur Zeit ist es oft die Möglichkeit sich von solchen Personen, die das rechte Maß verloren haben, zurück zu ziehen.
Allerdings frage ich mich, ob es nicht sinnvoller wäre den Mund auf zu machen. Zu sagen „Hör mal, das geht zu weit.“, oder zumindest „klar kannst du solche Sachen von dir geben, aber dann sind das Äußerungen die ich nicht mehr in meiner Chronik/Timeline lesen möchte.
…und ja, dann sollte man auch so konsequent sein die betreffende Person rauszuwerfen.

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