Bewegung ist reine Kopfsache? – Ein Erfahrungsbericht

Wiegst du unter 107 kg? Dann hast du nach diese Artikel keine Ausrede mehr.
Freche Ansage? Dann verrate ich dir nun, warum ich das behaupte:

Jung, schön und sportlich. Ein Idealbild, welches Frauen und Männern immer wieder vorgehalten wird. Gezielt von der Werbebranche propagiert. Problem an der Sache: Nicht alle sind mehr jung. Nicht mehr schön. Nicht (mehr) sportlich.
Der Vorteil allerdings: Beim Sport kann man was ändern. Alt wird man von alleine und Schönheit ist vergänglich. Aber sportlich sein kann man (wieder) lernen.

Dazu möchte ich ein wenig aus meinen letzten drei Monaten erzählen. Nur so nebenbei: Gewichtsempfehlungen zur Orientierung werdet ihr in diesem Artikel nicht finden. Das hat zwei Gründe. Einerseits, ist es nicht nötig, sofern man auf seinen gesunden! Körper hört. Andererseits, ich besitze keine Waage. Bewusst nicht. Dazu aber später nochmal mehr.

„Ich bin zu unsportlich, Bewegung ist nicht so mein Ding.“
Bereits hier beginnt der erste Denkfehler. Wenn man an Abnehmen, Sport und körperliche Fitness denkt, kommen einem schnell Bilder von Sportlern in den Sinn.
Stop!

Bewegung hat erstmal nichts mit Sport zu tun.

Als Bewegung im physikalischen Sinne versteht man die Änderung des Ortes eines Beobachtungsobjektes mit der Zeit.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bewegung_(Physik)

Heißt leicht verständlich: Wenn ich mich von der einen Ecke des Raumes in die andere Ecke des Raumes stelle, ist bereits das Bewegung.

Heißt im Umkehrschluss allerdings auch: Wenn es nicht reicht sich nur von der einen Ecke in die andere zu stellen, muss man das entweder öfter machen um fit zu werden, oder man braucht einen größeren Raum.
Das Beste hier dran: Du hast bereits alles, was du dafür brauchst. Dich.
Ok, wenn du dich gegebenenfalls auch draußen bewegen möchtest wäre Kleidung von Vorteil. Straßenkleidung reicht völlig.

Hier gilt: Je mehr Bewegung um so besser.
Beispiele gefälligst?

  • Zu Fuß zum Kippenautomat, statt mit dem Auto
  • Einen längeren Spaziergang machen
  • Fahrrad statt Autofahren
  • Einfach mal wieder ins Schwimmbad gehen
  • Selbst mit dem Hund raus gehen, statt jemand anderen zu schicken

Doch was sollte man tun, wenn das alles nicht ausreicht?

Dann muss man über einen intensiveren Kalorienverbrauch nachdenken. An dem Punkt war ich ungefähr vor 6 Monaten. Dieses leise kriechende Gefühl „Eigentlich müsstest du was tun…und das weißt du auch.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich einen BMI von ungefähr 32.
Also 107kg bei 1,82m. Hard Facts. Vor allem für mich.

Ich begann zu Laufen. Alle paar Wochen mal, für ungefähr 20min. Damals fand ich es eine Leistung 20min zu schaffen. Natürlich brachte das nicht den gewünschten Erfolg. Nicht wenn man parallel dazu mindestens so weiter isst wie vorher auch. Irgendwoher kamen schließlich die Kilogramm.

Dann kam der 02.01.17 und ein folgenschweres Gespräch. Bei dem ich, wie sollte es auch anders sein, eine große Klappe hatte. Statt 20min sagte ich 30 zu. Es wurden an dem Abend tatsächlich 50. Ich fühlte mich wie ein Superheld. Ein sehr sehr müder Superheld mit einem verflucht ordentlichen Muskelkater. Doch es war der Startschuss zu regelmäßigem Sport.

Seit dem gilt für uns: Ein Sporttag ist nur dann ein Sporttag, wenn man sich mindestens 45 Minuten intensiv körperlich betätigt hat. Dabei ist es allerdings egal was es für eine Sportart ist. Ich selbst habe mich primär für Laufen, Radfahren und Schwimmen entschieden.
Wichtig war nur: 45min Egal wie, egal was.

Gilt für euch?
Ja, ich bin nicht alleine bei meinem Bewegungsdrang. Mein Sport-Support ist ungefähr 500km von mir entfernt. Wichtiger als die Entfernung ist allerdings die Bereitschaft sich gegenseitig zu motivieren. Was ich auch als sehr angenehm empfinde, ist die Tatsache das wir beide einen ählichen Fitnesslevel haben. Das erhöht das Verständnis für einander und man hat zusätzlich das Gefühl dem anderen mal zu Zeigen was alles noch so geht. So nach dem Motto „Also wenn du das kannst, dann kann ich das auch!“

„Am Anfang bin ich ja auch immer motiviert, aber dann mach ich irgendwann einfach nix mehr.“
Von mir bekommt ihr an der Stelle keine Belehrungen ala „Wie kannst du nur…“ Ich erzähle euch lieber wie es bei mir ganz aktuell ist.
Im Januar hatte ich 25 oder 26 Sporttage (a 45min). Im Februar waren es 17. Im März noch ganze 6. Ja, sechs Tage von 31.

Gefühlt wirkt das bereits als „nichts gemacht“. Gerade dann ist ein Partner an der Seite für die Unterstützung wichtig. Mindestens ebenso wie die Frage „Warum mach ich den ganzen Scheiß überhaupt?“
Wenn du kein Ziel vor Augen hast, beziehungsweise nicht DEIN Ziel vor Augen hast ist es nur eine Frage der Zeit bis du alles hinschmeißt. Einfach deswegen, weil dir dein persönlicher Sinn an der Sache fehlt.

Mein Ziel ist Fallschirmspringen. Problem dabei: Das geht nur bis 95kg. Also muss der Speck weg, damit ich mir diesen Traum erfüllen kann.
Was ist denn dein Ziel?

Was ist denn jetzt mit abnehmen?
Oft wird Erfolg nur in Gewichtsverlust definiert. Das Einzige was ich weiß ist, dass mein Gewicht im Januar auf 102kg (BMI 30,6) gesunken ist. Ende Januar war ich das letzte Mal auf der Waage. Allerdings was für mich bedeutsamer als der reine Gewichtsverlust war, war die rutschende Hose.  Die ich Februar bemerkte. Ein Loch im Gürtel macht das Ganze schon aus.

Gnadenlos vergeigt hab ich das Ganze dann im März. Dort hatte ich meine Prioritäten einfach bei anderen Dingen. Dingen die weder mit anständiger Ernährung, noch mit Sport zu tun hatten. Gefühlt fange ich also wieder von vorne an. Das sagt mir mein Muskelkater auch.

Das Gewicht ist ein trügerischer Indikator. Leicht messbar und daher sehr beliebt, doch trügerisch. Denn dieser ist eine Momentaufnahme, welche von einer Mehrzahl von Faktoren abhängt.

  • Schlafe ich genug?
  • Habe ich Stress?
  • Bewege ich mich ausreichend?
  • Habe ich immer gleichbleibende Temperaturen um mich herum?

http://www.deindiaetcoach.de/wissen/abnehmen-diaet/gesund-abnehmen/daskoerpergewicht.html

 So, genug Theorie.
Du hast nun genügend Mindset um das Thema Bewegung anzugehen.


Was? Wie, du hast keine Zeit dafür?

Auch das ist meistens Kopfsache. Wenn man ein Ziel vor Augen hat, findet man Möglichkeiten. Ich bin zum Beispiel in Vollzeit berufstätig. Parallel dazu noch allein erziehender Vater.

Natürlich habe ich auch keine Lust vor der Arbeit laufen zu gehen. Doch wenn das der einzige freie Zeitraum dafür ist, muss man das dann eben so einrichten.

Alternativ müsste ich mir eingestehen, dass ich körperlich nicht in der Lage für Bewegung bin, oder schlicht und ergreifend einfach nicht dazu bereit. Also zu faul. 

Allerdings will ich auch Fallschirmspringen gehen….

Gehabt euch wohl,
Wir lesen uns Sonntag um 11:00 Uhr

PS: Solltet ihr Zweifel daran haben, ob sportliche Aktivitäten für euch in Betracht kommen, fragt bitte euren Arzt oder einen Sportmediziner/Facharzt. Diese können euch sehr gut beraten. Gerade auch was die unterschiedlichen Sportarten angeht.


Langfristige Gesundheit geht immer vor.

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