Ins Unbekannte – Wenn der Nebel die Veränderung bringt

Ruhig war es in den letzten Wochen hier im Blog. Ruhig und unaufgeregt soll es nun erstmal auch hier weitergehen. Ein wenig Nachdenken zum Jahresende. Und wo kann man besser seine Gedanken schweifen lassen, als am Meer?

Im Dezember war ich insgesamt zwei mal in Cuxhaven um dort eine kleine Wanderung zu machen. Diese führte mich von der Alten Liebe am Wasser entlang nach Cuxhaven-Duhnen. Gerade die erste Wanderung von beiden war ein wenig abenteuerlicher. Ich war mit meiner Tochter unterwegs, als wir in eine ziemlich dichte Nebelwand geraten sind. Wer mir auf Instagram folgt, hat vielleicht eines der Bilder davon schon gesehen. An dieser Stelle möchte ich mit euch noch die Geschichte dazu erzählen wie sie entstanden sind.

Aufziehender Nebel

Aufziehender Nebel

Wir sind in Cuxhaven am Bahnhof los gelaufen bei strahlendem Sonnenschein. Es war ein wenig kalt zu dem Zeitpunkt, allerdings hatten wir damit auch gerechnet und uns dementsprechend angezogen. Wind und Wasser kühlen schließlich bekanntermaßen gut aus.  Also führte uns unser Weg erstmal Richtung Hafen und Alte Liebe. Cuxhaven hat keinen auf Hochglanz polierten Hafen. Doch ein paar ältere Gebäude sind ganz nett anzusehen. Unser Weg führte uns weiter von der Alten Liebe durch die Grimmershörner Bucht. Dort war die Kugelbake natürlich schon zu sehen, doch irgendwas dunkles zog so ganz langsam im Hintergrund bereits auf.
Der im Titel bereits erwähnte Nebel.

Es ist schon ein wenig gruselig wenn bei strahlendem Sonnenschein alles in einem matten Grau verschwindet. Gerade dann, wenn man als Kind das an einem unbekannten Ort erlebt. Doch Papa ist bei einem. Der wirkt sicher und weiß was er tut. Außerdem war der schon mal in Cuxhaven. Ehrlich gesagt wusste Papa zu dem Zeitpunkt tatsächlich nur, dass Rechts das Wasser und links der Deich ist. Mehr musste man zu dem Zeitpunkt auch nicht wissen. Denn der Weg war klar, da asphaltiert. Demnach kannte er sich also kaum besser aus als Kind. spielte aber auch keine Rolle. Sicherheit vermitteln war angesagt. Es war nur ein wenig Nebel.

So setzten wir unseren Weg leicht zögerlich fort und sind heute noch froh nicht zurück gegangen zu sein. Denn so entstanden einige tolle Fotos. Als wir dann mitten in der Nebelbank standen wurde es nochmal deutlich empfindlich kälter. Lag wahrscheinlich an der hohen Luftfeuchtigkeit die nochmal besser auskühlt. Nach und nach gewöhnte man sich an die neue  Umgebung und die Sicherheit kehrte zurück . Mit ein wenig Motivation in Form von Schokolade ging es dann die nötigen Schritte weiter bis zur „echten Nordsee“.

Angekommen am Strand von Döse war natürlich, wie sollte es auch anders sein: Ebbe. Wir sahen zwar noch ein wenig Wasser, aber das war bereits wieder auf dem Rückzug. Dafür klarte die Luft ein wenig auf, so dass die Sonne wieder ein wenig besser zu sehen war. Kondensstreifen zeichneten ungewohnte Muster an den Himmel und die Sicht wurde weider ein bischen besser.  Plötzlich sah man im Watt liegend ein größeres Etwas. Geschätzt mit einer länge von ca. 190cm, auf dem Boden liegend und sich nicht bewegend. Ganz in der Nähe hüpften mehrere kleine Vögel über den Boden und dann kam Bewegung in die Szene. Das Etwas bewegte sich ganz langsam und vorsichtig und das großes, langes kam zu vorscheinen. Genaugenommen war es ein Telezoom-Objektiv für eine Kamera. Denn die Person, die sich da auf den Wattboden gelegt hatte, wollte die eben beschriebenen Vögel fotografieren. Wir hatten tatsächlich zuerst nicht erkannt was es war und mussten dann aufpassen, dass wir die Vögel nicht aus Versehen verscheuchten. Ganz in der Nähe der Kugelbake ist dann auch das Titelbild entstanden.

Es war eine ganz mysteriöse Lichtstimmung die ihren ganz eignen Reiz hat.

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Nachdem wir die Kugelbake dann wieder hinter uns gelassen haben war das Kind kein bischen mehr ängstlich oder zögerlich. Ihre Gedanken waberten eher um eine Mehrtagestour. Zu Fuß. Mit Zeltübernachtung. Und Nebel. Denn Nebel war zwar kalt, aber man konnte coole Fotos machen.
Mein Kind und laufen? Irgendwas magisches musste in diesem Nebel passiert sein.
Oder lag das an den Wattenmeer-Hexen? (dazu mehr in einem folgenden Beitrag)

Auf jeden kam dann die nächste Möglichkeit um sich hinzusetzen und etwas zu essen. Die Strandbar und Rettungsstation Kugelbake.
Wir waren an einem Dezembersonntag am späten nachmittag da, so dass die Besucherzahl dort sehr übersichtlich war. Man muss sich aber bewusst sein, dass Cuxhaven zu einem gefragten Urlaubsgebiet gehört. Keine 3 Wochen später, kurz vor Silvester, platzte der Laden fast aus allen Nähten. Zu Essen gab es nur eine Kleinigkeit. Nicht das meine Tochter nichts essen darf, wir hatten in Duhnen einen größeren Aufenthalt in einer Pizzaria noch im Anschluss angedacht. Ausserdem läuft es es sich mit zu vollem Magen immer so unmotiviert. Durch diesen kleinen Aufenthalt gewannen wir ein wenig Wärme wieder und die Zeit verstrich weiter bis zum Sonnenuntergang.

Wir hatten an dem Tag wirklich riesiges Glück mit dem Wetter, denn als wir fertig waren mit Essen sah es tatsächlich so aus: Vom Nebel keine Spur.

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Also setzten wir unsere Wanderung dann als Nachtwanderung fort. Die Promenade war angenehm beleuchtet und so verflogen die letzten Schritte. Natürlich war es durch die Dunkelheit nochmal ein wenig gruselig. Aber wer schon dem Nebel getrotzt hatte, für den sollte ein wenig Dunkelheit kein Problem mehr darstellen.

In Duhnen angekommen kam dann für mich der SuperGau. Die Pizzeria wo wir hin wollten hatte geschlossen. Dicht. Wie halb Duhnen.
Es lag nicht an der Uhrzeit, sondern daran, dass es Wintersaison war und die Silvestergäste noch nicht wieder auf dem Plan standen. Die Begeisterung beim Kind war dann erwartungsgemäß. Da halt dann nur noch die Zusage zu kindgeliebtem, aber ungesundem Lieblingsessen. Sozusagen als Entschädigung.
Nachdem wir dann noch ein paar Minuten auf den Bus gewartet hatten ging es auch schon wieder zurück nach Hamburg.
Kleiner Tipp am Rande: Die letzte bequeme Busverbindung zwischen Duhnen und Cuxhaven Hbf fährt um 19:26 in Duhnen ab. Das Niedersachsen-Ticket ist in den Bussen nicht gültig.

Fazit:
Insgesamt war es eine wirklich schöne und spannende Tour. Das lag vorwiegend an dem aufziehenden Nebel und kann ich jedem nur empfehlen. Falls ihr mal die Möglichkeit habt, versucht es auch mal zu machen. Zieht euch dabei nur ggf. warm an. Gerade in den kühlen Monaten.

Insgesamt ist die Tour sehr bequem zu gehen. Falls man will ist der gesamte Weg asphaltiert, man kann natürlich auch auf dem Strand selbst her gehen. Wir haben für die Tour mit mehreren Pausen insgesamt so 3-4 Stunden gebraucht. Wer die Strecke zügig geht, ohne zu trödeln, dürfte in etwas mehr als zwei Stunden durch sein.

Auch ohne Nebel ist die Tour schön zu gehen. Wer aber Lust auf Meer hat, sollte ein wenig den Tidekalender im Auge behalten. Sonst gibt es nämlich gegebenenfalls kein Wasser zu sehen.

Seid ihr die Strecke auch schon mal gegangen? Was habt ihr da für Erfahrungen gesammelt?
Ich freue mich auf eure Kommentare.

Bis Sonntag.
Gehabt euch Wohl
Gruß Jan

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