Reiseträume – Der Wunsch auszubrechen

Diese Momente wo man glaubt, alles fällt einem nur noch auf den Kopf. Der Wunsch ausbrechen zu müssen. Alles hinter sich lassen zu wollen.

Richtig intensiv war es, das letzte Mal, vor einige Jahren. Damals war es mein Wunsch irgendwann einmal nach Norwegen auszuwandern. Warum es damals Norwegen sein sollte weiß ich tatsächlich nicht mehr. Vielleicht lag es unter anderem daran, das ich glaubte dort frei zu sein. Möglicherweise war es die Vorstellung, dass dort alles ganz anders ist. Ruhiger. Weniger kompliziert.

Erst Jahre später reifte in mir die Erkenntnis, das es ein FLuchtgedanke war. Flucht in dem Sinne, dass es kein einfaches Leben war. Eines das ich gestalten musste, ohne große Gestaltungsmöglichkeiten zu haben. Ok, wenn ich eines gelernt hatte, dann das man immer eine Wahl hat. Sicher konnte ich ich meine Ausbildung hinwerfen. Konnte Frau und Kind sitzen lassen und mich aus dem Staub machen. Doch das war nicht meine Art.

Ein Gespräch mit einer damaligen guten Bekannten, brachte es mal auf den Punkt:
„Wenn dort ein riesiger Stein ist, den du unmöglich bewegen könntest, was würdest du tun?2
„Ich würde trotzdem versuchen, ob ich ihn bewegt bekomme.“

Aufgeben war einfach als Option nicht vorgesehen.

Auch wenn Aufgeben keine Option war, so gab es doch immer wieder diese Träume nach einem anderen Leben, einem späteren. Es wurden Pläne geschmiedet, wie ich etwas unternehmen konnte um abzuschalten. Reisen wurde interessant. Immer wieder ging ich mögliche Reiserouten und Länder durch, um einen Trip zu gestalten. Wohlwissend, dass ich diesen wahrscheinlich niemals angehen könnte. Zusammen mit meiner Partnerin sowieso nicht. dafür waren wirviel zu verschieden. In der nächsten Zeit auch nicht. Dafür war das Kind zu klein. Beide längerfristig alleine lassen, wäre auch keine so gute Idee gewesen. Mal abgesehen von den ganzen Finanzen.

Doch nichts ist so stetig wie der Wandel. Mittlerweile ist die Situation eine andere. Sowohl zeitlich, familiär, als auch finanziell. Die Reiseträume sind geblieben. Auswandern ist zwar immer noch ein schöner Gedanke, doch so schlecht ist Deutschland eigentlich gar nicht. Eigentlich war es nur eine unbedachte Äusserung, doch sie fachte wieder den Wunsch nach Auszeiten an. Bedeutet also, dieses Jahr noch geht es tatsächlich nach Norwegen. Erstmal nur ein kleiner spontaner Trip um sich Oslo anzusehen. Die Bilder aus dem hohen Norden machen sehr viel Lust auf mehr und so wird der nächste Jahresurlaub bereits in die nördlichen Regionen geplant.

Ihr fragt euch nun sicherlich: Wie kann man nach Norwegen auswandern, ohne jemals da gewesen zu sein?
Tja nun, damals ging es tatsächlich erstmal nur um Veränderung und „raus kommen“ Um dem Leidensdruck zu entkommen.
Heute passiert das Ganze ohne diesen emotionalen Druck und weil es diese Faszination für dieses Land gibt. Diese Begeisterung geht tatsächlich sogar schon so weit, dass ich heimlich angefangen habe norwegisch zu lernen. Natürlich noch nicht so gut, dass ich großartig etwas verstehe, aber ganz langsam wird es vielleicht etwas.

Eine kleine Notiz noch am Rande: Über die Flucht vor den eignenen Problemen, durch Reisen, möchte ich hier an dieser Stelle tatsächlich nicht all zu aussführlich schreiben. Da werdet ihr bei entsprechenden Reisebloggern oder möglicherweise auch Forren genügend drüber lesen können. Das hier sollte nur eine kleine Rückschau für mich persönlich sein. Wollte noch einmal kurz niederschreiben, dass einige Zeit später tatsächlich die Erklärung folgte, warum es damals so eine imensen Reisewunsch gab. Der Wunsch zu Reisen ist wie gesagt geblieben. Doch auch dieser hat sich gewandelt. Zu einem Reisewunsch bei dem man nicht davon läuft. Bei dem man Durchatmen kann.

Gehabt euch Wohl.
PS: God natt og søte drømmer 😉

Posted in Reisen.

Schreibt hier immer mal wieder seine Gedanken nieder.

Da er überflüssige Worte für eben genau das hält, erscheint hier nur ein Beitrag wenn er der Meinung ist, dass diese Worte auch gesagt werden sollen.

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