9 Wege, wie Du neue Freunde kennenlernst

Bevor man langfristige Freunde gefunden hat, ist es ein stetiges Kommen und Gehen von Personen in deinem Umfeld.
Nette Arbeitskollegen, die man zwischendurch mal getroffen hat, werden versetzt und sind nicht mehr in der Gegend. Eine Beziehung zerbricht, nachdem man sich nur noch auf den Partner konzentriert hat, und man steht alleine da. Man zieht selbst in eine neue Stadt und die Freunde sind Kilometer weit weg.

Immer wieder fühlt man sich ein wenig alleine und fragt sich dann, wie man neue Menschen kennenlernt. Oft hört man dann den einfachen und schnell gesagten Ratschlag „Musst du halt mal wieder mehr rausgehen“. Wenn man dann so draußen am Bordstein steht und den Blick erst nach links streifen lässt, dann nach rechts, und keine Menschenseele sieht, fragt man sich schon, wo nun denn die Menschen alle hin sind. Wo man diese denn kennenlernen kann.
Als kleine Hilfe soll dir dafür meine Liste dienen. Einige Punkte kennst du vielleicht schon, aber da sich diese Liste an alle, unabhängig vom Isolationsstatus, wenden soll, wird alles noch einmal aufgelistet.

 

1. Der aktuelle Freundes- und Bekanntenkreis
Dieser Punkt taucht nicht zufällig direkt als erstes auf. Ein sehr großer Teil aller Beziehungen – egal ob Liebesbeziehungen oder Freundschaften – rekrutiert sich genau aus dieser Gruppe und von daher sollte es auch nicht allzu schwer sein neue Leute kennenzulernen. Man bewegt sich in diesem Umfeld sehr sicher, weil man die Leute vielleicht schon mehrfach gesehen und oder gegrüßt hat und oft Gesprächsthemen teilt. Das liegt vor allem auch daran, dass man aus der gleichen Schicht/Gruppe/regionalen Ecke kommt.
So ist es verhältnismäßig einfach auf Partys mitgenommen zu werden, oder mal mit anderen ins Gespräch zu kommen.

Ein weiterer Grund, der hier von Bedeutung ist, sind alte Freundschaften.
Ich bin überzeugt davon, dass – sollte man auch mal länger nichts voneinander gehört haben – man sich trotzdem gerne mal wieder melden darf. Oft bekommt man eine erfreute Rückmeldung. So findet man wieder Anschluss (an alte Freundschaften). Neben dem Internet ist dies wahrscheinlich DIE Möglichkeit wieder Anschluss zu finden.

2. Bars, Clubs und Kino

Hier bietet sich gleich eine Vielzahl von unterschiedlichen Möglichkeiten. Haken an dieser Option: „Ohne Eigenleistung, keine Belohnung“.
Wenn man von Bars und Clubs ausgeht ist dies wohl eher etwas für aufgeschlossene und vor allem kommunikative Menschen. Denn hier muss man auf irgendeine Art und Weise auf sich aufmerksam machen. Trauernd in der Ecke sitzen mag vielleicht ab und an auch mal funktionieren, aber die Chancen schätzte ich eher gering ein.
An dieser Stelle ein kleiner Tipp: Wenn du ausgehen solltest und dafür wen mit nimmst, vermeide es, den Eindruck zu erwecken, dass ihr ein Pärchen seid. Klingt logisch, aber wird oft vergessen.
Und wenn Du mal als begleitender Freund dabei bist, hat man natürlich noch eine weitere Variante:
Das Spiel „Kennen sie Ted?“. ‎
Wobei dabei abzuwägen bleibt, ob das in der jeweiligen Situation so eine gute Idee ist.

Kino hat dieser Stelle einen kleinen Bonus für Leute, die sich damit schwer tun, ein Gesprächsthema zu finden. Denn, wenn man vorhat den gleichen Film zu sehen, hat man automatisch ein Gesprächsthema. Oft stehen vor oder nach dem Film noch Leute im Wartebereich des Kinos, und wenn man mal ganz kurz die Ohren aufhält, kann man sicherlich das ein oder andere Gespräch mitbekommen und sich an passender Stelle einbringen.

3. Cafés
Bei einem schönen Kaffee sitzen und dazu vielleicht noch etwas leckeres essen, während sich das Café sich langsam füllt. Wenn du das vielleicht öfter machst, kennst du dort vielleicht schon ein paar freundliche Gesichter, die man immer mal wieder trifft.
Versuch doch einfach mal „Hallo“ zu sagen. Mehr als ein grimmiger Blick kann dir nicht passieren. Sollte es dennoch passieren, weißt du direkt, dass heute wohl nicht so der optimale Tag für dein Gegenüber ist. Oder mach dir doch einfach mal, so wie ich, ab und zu den Spaß daraus, den am grimmigsten guckenden Menschen einfach freundlich anzusehen und nett zu grüßen. Es ist schon erstaunlich, wie spontan sich manchmal daraufhin die Mimik des Anderen ändern kann.

4. Kinder
Fluch oder Segen? Ganz klar, ein Segen!
Kinder sind lebhaft und aufmerksam, laut und nicht gerade schüchtern. All diese Eigenschaften kann man sich zunutze machen, um ins Gespräch zu kommen.
Das sage ich nicht nur als Vater einer Tochter, sondern auch als Mensch, der genau aus diesem Grunde schon mit zig Leuten ins Gespräch gekommen ist.
Manchmal reicht es schon, sich mit dem Kind in die Nähe von anderen Personen zu setzen, um unweigerlich in ein Gespräch verwickelt zu werden. Auch als Mann klappt das sehr gut. Nebenbei kann man dann vielleicht sogar einem/einer stressgeplagten Bekannten einen kleinen Gefallen tun, und sich für ein paar Stunden um den kleinen Poltergeist kümmern. So haben beide etwas davon, falls man kein eigenes Kind hat.

5. Hunde
Böser Weise könnte man nun fast das gleiche über Hunde sagen, wie über Kinder, aber da es dort schon noch kleine Unterschiede gibt, möchte ich darauf noch ein wenig eingehen. Über die Vierbeiner hat man sicherlich auch die Möglichkeit neue Personen kennenzulernen, gerade wenn man regelmäßig die gleichen Leute auf ihrem täglichen Weg mit dem tierischen Freund sieht. Themen ergeben sich schon allein dadurch und sei es, dass man nur über das Wetter meckert. Gut dürfte es auch mit dem eigenen Hund und einem fremden Kind in Kombination klappen. Vorausgesetzt natürlich der Hund ist kinderfreundlich.

6. Themengruppen
Ein gemeinsames Thema verbindet. Egal, ob es nun ein Kochkurs für Anfänger oder ein Seminar für Schnellhäkeln ist, bei gemeinsamen Interessen findet man immer recht schnell den Anschluss an andere. Da ich überzeugt davon bin, dass es so etwas in deiner Stadt gibt, einfach mal die Augen offen zu halten.

7. Familie
Man hasst sie oder man liebt sie. Gelegentlich gibt es Zwischenstufen.
Es spricht meiner Meinung nach absolut nichts dagegen, auch mit seinen Geschwistern sehr gut befreundet zu sein. Klar, Mama und Papa müssen nun nicht alles wissen, was man so in der letzten Zeit ausgefressen hat, aber das heißt doch nicht, dass die Geschwister nicht auch gute Gesprächspartner sein können.
Zumal man auch ganz unverfänglich den Bruder oder die Schwester irgendwohin begleiten kann und so neue Kontakte schließt.

8. Arbeit
Mit wem verbringst du den größten Teil deines Tages während du wach bist? Sehr wahrscheinlich mit deinen Arbeitskollegen.
Man kann sich ihnen öffnen und es kann sich ein sehr gutes und verständnisvolles Klima entwickeln. Das erlebe ich auch gerade bei mir auf der Arbei. Jedoch muss man immer für sich selbst entscheiden, wie weit man sich öffnen möchte. Man kann natürlich sagen „Arbeit ist Arbeit, Privat ist privat“, manchmal hingegen tut es auch ganz gut sich seinen Frust von der Seele zu reden, gerade wenn es akut ist. Wenn man dann auch noch 8 Stunden die gleichen Leute um sich hat, kann man es zumindest mal versuchen.

9. Internet
Millionen bis Milliarden Menschen, die man kennenlernen kann, ohne überhaupt das eigene Zimmer verlassen zu müssen. Klingt doch traumhaft für alle, die nach neuen Bekanntschaften suchen. Man befindet sich in einer Umgebung, in der man sich wohlfühlt und kann sich so präsentieren, wie man es möchte. Selbstbewusst oder schüchtern, fürsorglich oder abweisend, und keiner weiß, dass ich das bin. Ich brauche keine Konsequenzen zu fürchten und kann einfach Spaß haben. Doch Vorsicht! Seid vorsichtig damit, welche Informationen ihr preisgebt.

Das hat nämlich 2 Gründe. Einerseits wollt ihr sicherlich nicht, dass auf einmal jemand aus dem Internet am gleichen Abend plötzlich vor der Tür steht und andererseits, wenn ihr wirklich über das Internet reale Bekanntschaften schließen wollt, bleibt ehrlich. Spätestens wenn ihr die Person das erste Mal trefft, werden die ersten Unwahrheiten auffliegen. So kann man sich dann nämlich ziemlich schnell den ersten Eindruck zerschießen, den man sich über die bisherige Kommunikation aufgebaut hatte.
Wenn es um Informationen geht, die man noch nicht preisgeben will, darf es auch mal der Hinweis sein, dass man das mal in einem netten Gespräch bei einem Glas Bier/Wein/Wasser erzählen wird. So bleibt man nicht nur im Gespräch, sondern sieht dann auch wie das Gegenüber auf das Thema Nähe & Distanz reagiert.

Und nun extra für dich, da du bis hier hin gelesen hast:
Noch 2 Tipps extra.

10. Tanzschule
Wie habe ich es gehasst das erste Mal in die Tanzschule zu müssen. Das Ganze endete dann damit, dass ich das jahrelang regelmäßig dort war. Nicht, dass ich davon noch irgendwas könnte oder wüsste, aber mir ist ganz prägend in Erinnerung geblieben, dass ich dort sehr viele Menschen kennengelernt habe. Und so ganz nebenbei macht man auch noch ein wenig Sport und hat immer wen um sich herum, den man mal fragen kann, wenn man nicht weiter weiß.

11. Unterwegs
Haltet einfach mal die Augen nach Gesprächssituationen offen. Der verpasste Bus, die verspätete U-Bahn oder der ausgefallene Zug. Verlaufen in einer fremden Stadt, oder jemand, der fragt, ob du ihn/sie auf deinem Monatsticket mitnehmen kannst. Wenn man mit offenen Augen, nicht nur aufs Smartphone starrend, durch den Tag gehst, bieten sich zig Möglichkeiten ein kurzes Gespräch zu beginnen. Versuche es einfach mal.
Wichtig an der ganzen Sache ist, dass ihr euch wirklich traut auf andere zuzugehen. Ihr könnt nicht erwarten, dass andere für euch den ersten Schritt macht.

Hier hast du nun eine kleine Auflistung von Möglichkeiten, wie du wieder zurück zu mehr Gesellschaft findest. Vorteil davon ist, du kannst dir die Möglichkeit aussuchen, die am besten zu dir passt.

Nun bist du gefragt. Welche Meinung hast DU dazu?
Vielleicht hast Du davon auch bereits etwas ausprobiert und kannst davon erzählen?

Ich freue mich auf deinen Kommentar.

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Hält überflüssige Worte für eben genau das. Daher erscheint hier ein Beitrag nur dann, wenn Worte auch gesagt werden wollen.

2 Comments

  1. Hier noch Tipp 12: Die Nachtwanderung ist immer eine gute Gelegenheit zum kennen lernen….man verzichtet automatisch erstmal auf Blickkontakt.( Weil es ja dunkel ist:-) ) Das kann von Vorteil sein.Alles konzentriert sich auf die Stimme und den Inhalt des Gesagten. Somit hat man gute Chancen auf Menschen zu treffen, die einem geistig ebenbürtig sind. Denn leider verrät uns schon die Körpersprache, ob es mit der Chemie hinhaut oder nicht und der erste Eindruck ist manchmal schneller dahin, als man denkt. Das ist manchmal sehr schade. Soll heißen…erst hören und dann mal gucken.

    • Vielen Dank für den guten Tipp.

      Nun braucht man nur noch die Gelegenheit dazu.
      Zb. nach einer Feier zusammen nach Hause zu laufen.

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