Leipzig – Mein erstes Mal

„Kommt Schatz, wir fahren für eine Woche nach Leipzig und verbringen dort eine Woche Sommerurlaub.“

Leipzig?, Was soll ich denn da?

Du warst noch nie im Osten und außerdem ist Leipzig wirklich toll. Also stell dich nicht so an und ich zeig dir die Stadt. Und nach Dresden fahren wir dann auch mal einen Tag.

Sinngemäß wurde so mein Sommerurlaub verplant. Meine Freundin hatte vor einiger Zeit mal ein wenig in Nähe von Dresden gewohnt und auch Leipzig kannte sie schon von dem einen oder anderen Besuch. Ich hingegen kannte „den Osten“ nur aus Spielfilmen und der Berichterstattung in den Medien. Demzufolge war ich mit meiner Begeisterung noch ein wenig zurückhaltend. Ich rechnete schon mit endlosen grauen Häuserreihen an vierspurigen Straßenverläufen und einem alten Mercedes der bei flackernder Straßenbeleuchtung durch die neblige Nacht fuhr.

Aber zumindest Ansehen kannst du dir das Ganze ja mal. Dafür war ich schließlich dann doch zu neugierig.

Montag morgens also dann in den ICE von Hamburg nach Leipzig. Direktverbindung. Also ein ganz entspannter Tagesbeginn. Vor allem funktionierte der ICE und war zusätzlich auch noch pünktlich. Sehr guter Tagesstart.

Bestens via Twitter vernetzt, wurden wir bereits beim Ausstieg in Leipzig von einem Begrüßungskomitee bestehend aus @a_prigge, @schnattchen_die und @Zahni_LE in Empfang genommen und zum Willkommens-Kaffee ins Ludwig am Hauptbahnhof verschleppt.

Kaum angekommen, wurde man schon von der Hilfsbereitschafft der Leipziger überwältigt. „Ihr wollt in die Karli? Also da hin fahren könnt ihr mal total knicken, da wird überall gebaut. Ich telefoniere mal eben für euch.“

Mehrere Telefonate später wussten wir dann ungefähr, wie wir fahren mussten und mein Dank geht immer noch an den Herren, der von Conny in dem Moment so gestalkt wurde. Erneut unterwegs zur Wohnung, bestand unser Problem dann hauptsächlich in der Tatsache den angekündigten Schienenersatzverkehr überhaupt zu finden. Der Zeitdruck, der sich daraus ergab, wurde lediglich dadurch gebremst, das wir ab dem Leuschnerplatz zur Karl-Liebknecht-Str. gelaufen sind und so nur ein paar Minuten später als abgemacht bei der Übergabe waren.

Vorteil für uns dadurch war allerdings: Wir wussten schon mal, welche Strecke wir in den nächsten Tagen noch öfter laufen würden.

Nach der Wohnungsübergabe und einer kurzen Einweisung gingen wir erstmal ein paar Vorräte einkaufen. Mann wusste ja nie, wann man im Osten nichts mehr bekam.

Spaß beiseite. Die Ferienwohnung in der Karli war für uns eine gute Wahl. Wir waren mitten in einer sehr belebten Szenestraße, die zusätzlich auch in fußläufiger Entfernung einen Lebensmitteldiscounter hat.

Man konnte sich also selbst verpflegen. Haben wir ehrlicherweise aber kaum gemacht. Dafür konnte man in der Karli einfach zu gut essen.

Nach einem kleinen Mittagessen, Pizza in Einheitsgröße, 20150713_153845 ging es dann kurz zum Discounter und anschließend zur naTo / Chinemateque, wo wir uns den Film Children 404 angesehen haben. Dieser wurde im Rahmen der CSD-Veranstaltungen gezeigt und es folgte noch eine Podiumsdiskussion. Dort berichtete zum Beispiel ein schwuler Künstler, der aus Russland für ein Studium nach Deutschland gekommen war, dass es immer wieder Gruppen gibt, die sich gezielt mit Homosexuellen verabreden, um diese dann beim Treffen zusammen zu schlagen. Auch wurde geschildert, das es in Sachsen/Leipzig für die LGBT-Menschen nicht so einfach ist in der Öffentlichkeit unterwegs zu sein. Wir waren doch verwundert darüber, dass es in Sachsen so deutlich schwieriger ist als bei uns in Hamburg. Hätten wir nicht mit gerechnet.

Anschließend ließen wir noch ein wenig den Tag im Barfly ausklingen. Ich lernte dort dann „endlich“ mal den Mexikaner kennen und meine Begleitung bekam sogar einen extra für sie gemixten Cocktail. Läuft, würde ich sagen.

Mein Fazit vom ersten Tag:

  • Twitter ist cool, weil man da viele Kontakte knüpft die sich auch in der Wirklichkeit als total nette Menschen rausstellen.
  • Keine alten Benz die die dunklen Straßen entlang fahren
  • Holt euch die Leipzig Card direkt am Ankunftstag in der Touri-Info, dann ist sie nach Vorlage der DB oder MDV-Verbundkarte reduziert.

 

Leipzig am 14.07.2015

Urlaub und Ausschlafen. Interessantes Konzept.
Aber noch nicht heute. 08:00 aufstehen, frühstücken im Pascucci, erst zur Touri-Info und dann ab zum Völkerschlachtdenkmal.

Nachdem auf der Anreise bereits zum meiner Verwunderung mit Googles Hilfe ausdiskutiert worden war,dass Leipzig nur ungefähr ein Drittel der Einwohner von Hamburg hat, merkte ich das nun auch in der Realität. Man musste sich nur ein paar Minuten in die Tram setzen und schon war man dort, wo man hin wollte. Ok, wir wohnten ziemlich zentral, aber trotzdem. Wenn man sich in Leipzig die Leipzig Card holt, hat man nicht nur diverse vergünstigte Eintrittspreise mit dabei, sondern auch den ÖPNV inklusive. Wie im letzten Fazit schon angedeutet: Holt sie euch am Ankunftstag. Sonst werdet ihr wie wir feststellen: Danach ist sie teurer. 20150714_130922

Raus aus der Tram und noch ein paar Minuten zu Fuß laufen und schon baut sich das Völkerschlachtdenkmal aus dem Nichts vor euch auf.

Zur Völkerschlacht von 1813 verliere ich an dieser Stelle noch keine vielen Worte, da ich im weiteren Verlauf noch einen anderen großartigen Tipp habe. Was allerdings erwähnt werden könnte ist, dass man bis ganz nach oben auf die Aussichtsplattform 500 Stufen hat. Es gibt zwar einen Aufzug, aber dieser überbrückt nur die ersten 20150714_141115Höhenmeter. Und der Durchgang nach oben wird schmal. Ziemlich schmal. Für die letzte Etage  wurde eigens eine Ampel angebracht, damit man sich nicht entgegen kommt. Man kann sich zwar aneinander vorbei quetschen, aber das muss man natürlich nicht unbedingt haben.

Oben hat man dann einen herrlichen Rundumblick über die Stadt
Aber den Gesetzen der Logik zufolge muss man auch wieder runter. Also die 500 Stufen Wendeltreppe auch wieder runter.

Anschließend waren wir noch in dem kleinen Museum zur Völkerschlacht und sind dort kurz durchgebummelt. An der Kasse vom Denkmal hatten wir uns eine Kombi-Eintrittskarte für das Denkmal und für das Panometer geholt. War zwar zum Rabatt der Leipzig Card nicht zusätzlich nochmal günstiger, doch so mussten wir dann am Panometer nicht nochmal zusätzlich bei den Karten anstehen.

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Ludwigs zu Kaffee, Schokolade und Muffin ging es dann weiter in die Innenstadt. Ich kannte ja Leipzig noch nicht und so streunerten wir durch die Straßen und besuchten unter anderem neben dem Markt auch die Nikolaikirche. 
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Abends waren wir uns dann einig: Wer viel läuft, darf auch anständig Essen. Zum Beispiel im La Boum.20150714_212032
Bereits vom Vortag ein wenig durch die Größe der Pizza vorgewarnt, waren wir gespannt, was uns hier als Burger serviert werden würde.
Der Spieß war da aus sehr guten Grund.

Mein Fazit des Tages:

  • Leipzig besteht nur aus Stufen
  • Die Größe der Pizza war kein Versehen, der Burger war genauso voluminös.
  • In der Karli kann man echt gut essen.
  • Leipzig wirkt auf mich politischer als andere Städte.

 

Leipzig am 15.08.2015

Überraschenderweise stand heute etwas auf dem Plan, was sich am Vorabend doch erst spontan ergeben hatte: Ausschlafen. Also bis 9:30. Irgendwie haben wir es dann aber doch noch geschafft mit fertig machen und frühstücken – ihr erinnert euch vielleicht noch an den Discounter-Einkauf – und alles in allem ordentlich Zeit vertrödeln. So sind wir dann erst zum späten Mittag aufgebrochen, auf zum Panometer. Wie der Name schon sagt, ist es eine Kombination aus einem Gasometer und einem Panoramabild. Auch wenn ich nun schon ein wenig vorgreife: Wenn ihr die Chance habt es euch bis Mitte September 2015 noch anzusehen, solltet ihr das machen.

Da ich widersprüchliche Aussagen zum Fotografieren dort bekommen habe, werde ich euch leider keine Fotos dazu anbieten können. Laut Hausordnung ist das fotografieren verboten, im Panorama selbst allerdings war nur das Fotografieren ohne Blitz erlaubt. Da ich Bloggen nicht zu einem sehr teuren Hobby verkommen lassen möchte, lasse ich das mit den Bildern.

Was erwartet euch da?
Nachdem ihr dort durch eine kleine begleitende Ausstellung gegangen seid, kommt ihr in einen Raum, in dem ein Bild mit einer Höhe von 31m und einer gesamten Länge von 100m hängt. Mittig ist eine Plattform aufgebaut, die euch auf 16m Höhe führt. Dort oben habt ihr den Ausblick, den ihr 1813 – während der Völkerschlacht von Leipzig – auf dem Turm der Thomaskirche gehabt hättet. Wenn man sich dann umdreht, hat man tatsächlich das Gefühl in einem lebenden Bild zu stehen. Auch die Musik, Töne und die Helligkeit wurden dem Tagesverlauf angepasst. So kann man  den gesamten Tag von der Nacht bis zur nächsten Nacht miterleben. Beeindruckend!

Danach stromerten wir wieder ein wenig durch Leipzig und besuchten unter anderem den MDR-Tower an der Uni. Im Plate of Art gönnten wir uns nur einen Kaffee und verschwendeten 3,- € Für die Aussichtsplattform auf dem Panorama Tower. Verschwendet war in diesem Zusammenhang genau der passende Begriff. Es ist halt ein hoher Turm, wo man einen guten Ausblick über Leipzig hat. Mehr nicht. Den hat man aber ebenso vom Völkerschlachtdenkmal. Und da musst du nur für die oberste Plattform nicht nochmals extra zahlen.

Anschließend besuchten wir noch eine Attraktion, die dank Goethe in aller Welt bekannt wurde. Auerbach´s Keller20150715_184650Das wir es dort mit gehobener Gastronomie zu tun hatten wusste ich bereits, doch wir haben es uns trotzdem gegönnt.

20150715_190641Auch wenn wir dort mehr bezahlt haben, als zum Beispiel in der Karli, es hat sich definitiv gelohnt, denn die Küche wusste definitiv, was sie tun.

Und so schlenderten wir sehr gesättigt zurück in unsere Wohnung, um uns der wohlverdienten Nachtruhe hinzugeben. Vorteil unter der Woche war ja, dass die Bars noch nicht so stark in den Abendstunde frequentiert waren und das Einzige, was uns ein wenig die Erholung raubte die Juliwärme war.

Mein Fazit des Tages:

  • Panometer – Ausstellung 1813 unbedingt ansehen.
  • Die Aussicht vom Völkerschlachtdenkmal war deutlich besser als vom Panorama Tower und man bekommt mehr fürs Geld.
  • Die gehobene Küche in Auerbach´s Keller ist definitiv eine Empfehlung wert.

Leipzig 16.07.2015

Für den heutigen Tag hatten wir uns neben dem Frühstück bei Lulu Lottenstein eigentlich nur einen einzigen Programmpunkt. Den allerdings bis zum bitteren Ende. Bis sie die Tore zu gemacht haben: Den Leipziger Zoo.

Kleiner Tipp vorweg: Egal ob mit Kindern oder ohne, plant definitiv den ganzen Tag für den Besuch ein. Als wir so langsam beim Ausgang wieder ankamen, war die Durchsage, dass der Zoo in Kürze schließen würde, schon minutenlang verhallt.

Egal ob Elefantentempel, Gondwanaland, Pongoland, Afrika oder Südamerika: Die Bereiche sind groß genug und beeindruckend genug gestaltet, um tatsächlich „dort anzukommen“. Man bekommt 20150716_154951ein Gefühl dafür, wie es in den natürlichen Lebensräumen der Tiere aussehen muss und man wird mitgenommen auf eine Reise in diese Welt.

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Auch die Art der Tierhaltung halte ich für deutlich fortschrittlicher als in anderen Zoos.

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Nachdem wir uns im Zoo selbst recht gut verköstigen konnten, folge auf dem Rückweg nur noch ein kurzer Abstecher zum Hauptbahnhof, um mir einen Muffin zu besorgen und dann ging es schon direkt wieder nach Hause. Vorbereiten auf Morgen.

Mein Fazit des Tages:

  • Der Zoo ist thematisch toll aufbereitet und ich freue mich schon bei meinem nächsten Besuch auf den Himalaya-Bereich, der gerade erbaut wird.
  • Wenn da steht „Bitte fotografieren sie die Tiere ohne Blitzlicht“, dann mach gefälligst dein verdammtes Blitzlicht aus, du Depp!
  • Mitten in der Stadt ein riesiger Urwald!

 

Dresden 17.07.2015

Mal wieder früh aufstehen. der Zug fuhr bereits um 09:03. Im Zug selbst war es dann auch schon recht frisch. Gefühlt lag die Innentemperatur bei geschätzt 20 Grad. In Leipzig selbst hatten wir zu dem Zeitpunkt allerdings locker schon 25°. Man will ja nicht meckern und rüber nach Dresden. Also rein in den Zug. Erst hatte ich mich für verrückt erklärt, warum ich am wahrscheinlich heißesten Tag des Jahres unsere Jacken eingepackt hatte. Am Abend wusste ich dann warum.

In Dresden selbst ankommen bei ungefähr 30°. Dann die Hauptstraße runter, Neumarkt, Fürstenzug, Semperoper, Zwinger. Am Zwinger dann die erste Verschnaufpause an den kühlen Brunnen. Was nun? Es wurde zunehmend noch wärmer und wir waren nur einen Tag da. Also in so einen Seesighting Bus mit hop on – hopp off Möglichkeit und erstmal zwei Stunden lang durch Dresden gegurkt. Mittagshitze vertrödeln. Nachdem wir dann dort irgendwann wieder raus waren, wurde es dringend Zeit zu essen. Nicht, weil wir seit Tagen nichts mehr bekommen hatten, sondern weil ich meiner Freundin ziemlich übel auf die Nerven gegangen bin. Ich werde nämlich ziemlich quengelig, wenn ich zu wenig gegessen habe und verstärkt wird das Ganze dann noch, wenn mir zu warm ist. In dem Zusammenhang denkt man nicht ohne Grund an die bekannte Werbung von Snickers.

Nachdem wir dann nach einem Snack am Elbufer die Stadt wieder auf eigene Faust erkunden konnten, folgte eine kurze Führung durch den Zwinger und anschließend die Dresdener Frauenkirche.
Toll fand ich neben der Geschichte und der weltweiten Anteilnahme für den Wiederaufbau, vor allem die Räume der Unterkirche, die Ruhe und Ewigkeit ausstrahlen und zur Andacht und Besinnung einladen.

Und nachdem wir im Keller waren, ging es ganz nach oben. Auf den Kirchturm der Frauenkirche 20150717_17452520150717_174520

Wieder einige Treppen laufen. Aber auch hier lohnte sich die Aussicht komplett über Dresden, sogar bis zu den Ausläufern des Elbsandsteingebirges. Nachdem wir uns einig waren, dass wir dort noch ein bisschen verweilen wollten, genossen wir den Wind und die Aussieht auf der Aussichtsplattform.

Je weiter es abkühlte, um so lebendiger wurde ich wieder und der Aufenthalt in Dresden wurde mir zunehmend sympathisch. Da es aber immer noch recht warm war, gingen wir noch zum Albertplatz und setzten uns an den dortigen großen Brunnen, um das kühle Wasser zu genießen. In der Abenddämmerung machten wir uns dann so ganz langsam auf den Rückweg, mit einem kurzen Zwischenstopp im Narrenhäusle /Augustus Garten  auf ein Bier und einen Wein.
Danach ging es dann aber tatsächlich Richtung Bahnhof und Richtung Leipzig.

Ich hatte ja eben schon mal angedeutet, dass ich noch wegen der Jacken was erwähnen wollte. Verdammt war ich froh, dass wir sie dabei hatten. Aber nicht weil Dresden so schlechtes Wetter hatte mit fast 40° tagsüber, sondern weil der Experte, der die Klimaanlage im Regionalzug eingestellt hat, wohl nicht bedacht hatte, wie kalt das tatsächlich wird, wenn man da 90 Minuten fast regungslos sitzt. Wir haben uns dann auf der Rückfahrt die Jacken angezogen und meiner Freundin noch eine dünne Jacke über die Beine gelegt. Geschätzt / gefühlt war die Klimaanlage auf 15° C eingestellt.

Dann um 00:50 Uhr in leipzig bei ungefähr 28° wieder aussteigen. Nicht nur ein Herr war deutlich hörbar über die Temperaturwechsel am Motzen.

Anschließen am Hbf nachgesehen, wann denn die nächste Tram in unsere Richtung fahren würde, damit wir nicht ganz so weit laufen mussten und so stellten wir erneut fest, dass Leipzig deutlich kleiner als Hamburg ist. 30min warten auf die nächste Tram. Wir sind dann quer durch die Stadt gelaufen und waren dann ungefähr in 35min zuhause. Also schneller, als wenn wir gewartet hätten.

Mein Fazit des Tages:

  • Hitze ist nix für mich
  • Immer auf ausreichend Essen und Trinken achten
  • Der dort neu erworbende Rock für meine Freundin hat Dresden für sie erst genießbar werden lassen. Mit Hose wäre es definitiv zu warm gewesen
  • „Wenn wir länger im Zug geblieben….hätten wir bestimmt Erfrierungen bekommen können. Ganz bestimmt.“ Der Blick meiner Freundin spricht Bände.

 

Leipzig 18.07.2015

Auf dem Weg über die Karli sind wir am Perlentaucher vorbei gekommen, in den meine Freundin natürlich rein musste. „Nur mal eben gucken….“ Na klar mein Schatz. 20150718_112832

Den Perlentaucher kann ich für alle kreativen Menschen empfehlen, die sich ihren Schmuck selber designen wollen oder ausgefallene Stücke suchen. Ihr könnt dort fertigen Schmuck und Wandschmuck bekommen, ihr könnt euch allerdings auch unter der Anleitung der Mitarbeiter eure Sachen selbst zusammen stellen und auch den Schmuck selbst fertigen. Mehr individueller Schmuck geht schon nicht mehr. Wenn ihr in der Nähe seid auf jeden Fall mal reinsehen. Auch zum Stöbern ist es dort ganz spannend. Zusätzlich vorteilhaft ist das natürlich auch, wenn man auf die Herzensdame dann warten darf.
Wobei ich zugeben muss das die Ohrringe mit den Mini-Schallplatten schon ziemlich cool aussehen.

Anschließend ging es noch zum Zeitgeschichtlichen Forum, das trotz eines grundsätzlichen Interesses doch ziemlich lang war. Wir haben dann den letzten Teil der Ausstellung weg gelassen und uns für den nächsten Besuch aufgehoben. Vielleicht war es einfach nicht der richtige Zeitpunkt?!?

Anschließend ging es dann nochmal auf den Markplatz für eine kleine Erfrischung und mit besten Aussichten auf den CSD Leipzig.20150718_170121

Wir sind nicht nur zufällig beim CSD gewesen, sondern wollten uns die Demo unter dem Motto „Du, ich, wir sind HOMOsapiens“ gezielt ansehen. Auch in unseren Familien spielt das Thema Homosexualität eine Rolle und für uns war ein homosexueller Mensch in unserer Familie nie ein großes Thema. „Ja nu, dann isser eben schwul.“

Daher haben auch meine Freundin und ich keinerlei Verständnis dafür, dass man Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung, als der zur Zeit von der Gesellschaft „erlaubten“, diskriminiert. Auch wenn wir in Deutschland mittlerweile so weit sind, dass auf Homosexualität nicht mehr die Todesstrafe steht, ist es scheinbar noch ein langer Weg, bis eine „Ehe für Alle“ tatsächlich Realität wird. Was sollte denn gegen eine Ehe für Alle sprechen? Steuervorteile? Nur Heteros empfinden echte Liebe? So ein Quatsch. Liebe ist unabhängig von Geschlechtern.

Zum Tagesabschluss ging es dann nochmal was Futtern. Im Big Easy / New OrleansIMG-20150719-WA0002
Dort wurden wir dann auch von einem sehr kreativen Dessert überrascht, was den kulinarisch wieder sehr gelungenen Abend abrundete. Für mich gab es aus gutem Grund kein Dessert, da ich von dem 220g Big Easy Burger noch völlig ausreichend gesättigt war. War daneben ja auch noch Beilage. Großartig geschmeckt hat er nebenbei auch noch.

Als wir dann später Abends zuhause waren musste ich mich entscheiden. Entweder ich würde das Fenster offen  lassen und es würde zwar kühler werden, dafür aber auch ein höherer Geräuschpegel, oder aber ich mach es zu. Dann wäre es zwar wärmer aber leiser. Ich traf die falsche Wahl. Da es in den letzten Nächten später immer leiser wurde, ließ ich es auf. Leider war aber Samstag abends und die Party People recht ausdauernd. Ich hab es dann morgens um 07:00 Uhr zu gemacht um noch ein wenig weiter schlafen zu können. Im Nachhinein wäre das zu einem früheren Zeitpunkt wohl die bessere Alternative gewesen.

Mein Fazit des Tages:

  • Zwischendurch mal ne Demo ist schon was Feines
  • Samstag Abends Fenster schließen!
  • Schlemmen in der Karli: Läuft!

Leipzig 19.07.2015

Der Tag der Abreise nahte. Unsere Züge fuhren gegen 16:00, um 10:00 Uhr war aber bereits Wohnungsübergabe. Also gingen wir erstmal ganz entspannt brunchen im Tiefblau. Das Buffett war sehr gut und das lag nicht daran, das wir es fast für uns alleine hatten.  Das sehr wechselhafte Wetter überzeugte die Leipziger scheinbar nicht die Wohnung zu verlassen. Doch wie immer gab es lobenswerte Ausnahmen. @Zahni_LE und @dbaezol die sich unserer einsamen Seelen annahmen und uns noch besuchen kamen. Nachdem man noch ein wenig geschnackt hatte, zogen wir in einen kleinen Biergarten am Bayerischen Bahnhof um, um dort von Kaffee auf Bier umzusteigen. Immerhin war schon Mittags.

So wurden wir dann noch ganz herzlich von neuen Freunden verabschiedet und ich bin mir sehr sicher, dass ich für uns beide spreche, wenn ich sage „Leipzig, wir kommen wieder!“.

Mein Fazit des Tages:

  • Über Netzwerke lernt man tolle Menschen kennen, bei denen man es schade findet, dass sie so weit weg wohnen
  • Ich hab noch lange nicht alle tollen Ecken von Leipzig gesehn
  • I´ll be back

Eine Woche Leipzig, und wie war´s nu?

Bereits in der Einleitung konntet ihr ja lesen, dass ich trotz besseren Wissens so unterschwellige Vorurteile gegenüber „dem Osten“ hatte, obwohl ich noch nie da gewesen bin. Ok, ein Mal auf einem Campingplatz in Osterode für eine Nacht. Aber das zählt nicht wirklich. Ich habe Leipzig und auch Dresden doch anders wahrgenommen als die Gegenden in Deutschland, die ich bisher so kannte. Was mir aufgefallen ist, das die Sachsen direkter sind. Ich hatte das bereits in einem Gespräch so formuliert: „Du statt Sie“. Du wirst ohne Vorwarnung von sehr vielen Leuten gedutzt. In der Touri-Info jetzt nicht, aber die nehmen wahrscheinlich auch noch Rücksicht auf Reisende. *schmunzel*

Leipzig ist eine überschaubare Stadt. Ich bin es aus Hamburg gewöhnt erst mal 40min mit der S-Bahn zu fahren um in Zentrum von Hamburg zu kommen. Bis auf die Fahrt nach Dresden habe ich, glaube ich, kein einziges Mal so lange in der Tram gesessen. Fairerweise muss man dazu sagen, dass wir sehr zentral in der Leipziger Südvorstadt gewohnt haben.

Leipzig ist politisch. Klar, andere Städte sind auch politisch, aber anders. Ich kann es noch nicht so ganz fassen, woran das liegt. Liegt es daran, dass in anderen Städten nicht so zentrale  Themen politisiert werden?  Ich weiß es nicht. Vielleicht liegt es daran, dass in den Forderungen, die ich so mitbekommen habe, der Mensch in den Mittelpunkt gestellt wurde.

Die Stadt ist im Umbruch. Natürlich sieht man noch den altgedienten pragmatischen Baustil der DDR. Was man aber auch sieht ist, dass die Stadt sich wandelt. Moderne elegante Bauten, bunte Häuser, die nicht von Graffitis verunstaltet wurden, sondern als Auftragsarbeit bemalt. Damit ist nicht nur das bunte Haus in der Karli gemeint.

Insgesamt glaube ich, ist es leicht sich schnell in Leipzig einzuleben und sich auch wohl zu fühlen. Als Kurzzeitbewohner der Stadt ging es mir so. Für alles andere müsst ihr euch selbst ein Bild machen.

 

Solltet ihr zu meinen Erlebnissen in Leipzig sonst noch was wissen wollen, schreibt es mir einfach in die Kommentare.
Ich freue mich drauf

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Schreibt hier seine Gedanken nieder.

Hält überflüssige Worte für eben genau das. Daher erscheint hier ein Beitrag nur dann, wenn Worte auch gesagt werden wollen.

6 Comments

  1. Als Wahlleipzigerin ist mir bei deinen Zeilen das Herz aufgegangen. Ich bin froh dass du (obwohl anfänglich mit ein paar kleinen Vorurteilen beladen) so offen und neugierig an diese Erfahrung „Leipzig“ herangegangen bist.
    Die Stadt sieht dich bestimmt bald wieder. 🙂

    • vielen lieben Dank für deinen Kommentar.

      Da sich meine Freundin sehr wohl in Leipzig und Dresden fühlt und ich dort noch so viel zu entdecken haben, ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit bis wir wieder da sind.

  2. Also als Leipziger muss ich schon sagen: Super Bericht über die „beste“ Stadt im „Osten“ 😉
    Eine kleine Korrektur noch. Der Blick im Panometer ist der von der Thomaskirche 😉
    Alles Gute und viele Grüße aus Leipzig.

    • Vielen lieben Dank für den Hinweis. werde ich natürlich sofort ändern.

      Ansonsten hab ich mich sehr über deinen Kommentar gefreut.
      Gruß Jan

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