Freiraum – Eine Freundschaft braucht ihn

Ich bin überzeugt davon, dass sich nicht nur die Art und Weise des Aufmerksamkeitsanspruchs in Freundschaften im Laufe der Jahre verändert, sondern auch sich mit dem eigenen Selbstwertgefühl mitentwickelt. Um diese eher persönliche These zu untermauern, möchte ich mit euch einen kleinen Zeitsprung unternehmen.
Springen wir in die jugendlichen Jahre um den Zeitpunkt der Pubertät oder kurz danach. Die ersten längerfristigen Freundschaften entwickeln sich und werden beständiger, man trifft die Schulfreunde auch nach dem Unterricht noch und unternimmt vieles zusammen. Bezeichnungen wie beste Freunde und allerbeste Freunde entwickeln sich und werden auch genauso zügig wieder zurück genommen, sollte man zu viel Zeit mit einer anderen Person verbringen oder mal andere Interessen bekannt geben, als die beste Freundin. Zugegeben, ich denke es gibt hierbei sehr große Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Klischeehaft ist an dieser Stelle wohl die Dreiergruppe in der, je nach Perspektive, immer eine Person zu viel ist. Das fünfte Rad am Wagen eben. Es wird dann erwartet, dass die ABF (=allerbeste Freundin – was für ein bescheuerter Begriff) alles weiß, alles vorausahnt und einem den Wunsch von den Lippen abliest. Sollte die ABF das aber natürlich nicht können oder machen, wird dann mit dem Entzug des Titels und Ersetzung der ABF gedroht.
Meiner Meinung nach sind das einfach Machtspielchen um das eigene Ego zu stärken und auszuprobieren, wen man an sich binden kann. Gleichzeitig besteht aber darin auch die Gefahr zu viel Aufmerksamkeit zu fordern. Wie in jeder Beziehung braucht es persönliche Freiräume, um Zeit für sich zu haben und um sich selbst entwickeln zu können.

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Als ich mir Gedanken zu diesem Artikel gemacht hatte, ging mir ein Bild nicht mehr aus dem Kopf welches von einem kleinen Vogel handelte. Ein kleiner Kanarienvogel in seinem Käfig eingesperrt.
Nur weil der kleine Vogel eingesperrt ist und jederzeit zur persönlichen Belustigung herhalten kann, bedeutet das noch lange nicht, das es auf Dauer unterhaltsam ist seinen kleinen Piepmatz zu haben. In meiner Vorstellung war es deutlich erfreulicher, wenn der Vogel auch mal im Raum umher fliegen kann und immer wieder zu mir zurück kommt.

Bei Freundschaften sehe ich das genauso. Was bringt es mir, jemanden durch Zwang an mich zu binden, und dadurch eine wirklich Freundschaft zu unterbinden? Ich glaube einfach, dass ehrliche Freundschaft nur dann funktioniert, wenn es von beiden Seiten aus freiwillig ist.
Es macht mich persönlich unzufrieden, wenn mir nach dem Mund geredet wird, nur um zu gefallen. Ich schätze die Leute um mich herum für das, was sie sind und sie ausmacht, auch bei unterschiedlichen Meinungen.

Um zur angesprochenen Entwicklung zurück zu kommen, behaupte ich, dass sich der Aufmerksamkeitsanspruch in natürlicher Art und Weise mit zunehmendem Alter reduzieren wird. Hierbei spielt einfach die Tatsache das nach der Schule die Arbeit einfach einen großen Teil der zur Verfügung stehenden Zeit beansprucht.
Bei mir war es zum Beispiel so, dass ich unter anderem wegen der Arbeit für vier Jahre umgezogen bin. Den Freundschaften hat dies allerdings keinen Abbruch getan. Man hat sich mehrmals getroffen und sich genauso gut verstanden wie vorher auch. Es war einfach das Verständnis für den jeweils anderen vorhanden und es wurde der Umzug nicht auf eine persönliche Ebene runter gebrochen.

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