Hobbits, IS, Politik – Eine Reise von Hobbingen in den Nahen Osten

Manche Ideen sind so widersinnig, das diese selbst für einen Tweet zu wirr erscheinen. Aber dann macht man es doch.

Wie bekommt man also Politik, Hobbits & den IS in einem Blogbeitrag unter?

Nun steh ich also hier und muss die deutsche Politik sinnvoll mit dem Herrn der Ringe verknüpfen und darf den IS nicht vergessen. Auf Twitter wurde natürlich direkt wieder vermutet, dass es was mit Trump zu tun haben würde. Allerdings dieses Mal (ausnahmsweise) nicht.

Genauer gesagt geht es um die deutsche Aussenpolitik. Im Bereich Wirtschaft. Dazu möchte ich euch als LeserInnen mitnehmen auf eine Reise.

Reisen wir in das Land Mittelerde. Nach Hobbingen. Jeder hat wahrscheinlich noch die kleinen runden Bauten aus dem Film Herr der Ringe von Peter Jackson vor Augen.
Die Hobbits gehen entspannt ihrem Tagwerk nach und ab und an gibt es Kekse und ihr geliebtes Pfeifenkraut.
Nun aber, eines Tages, kommen reiche Händler und bieten sowohl Kekse als auch Pfeifenkraut nur noch zu einem Bruchteil des Preises an. Natürlich freut sich Bilbo Beutlin. Endlich noch weniger Geld ausgeben für die so geliebten Sachen.

Problem: Der in Hobbingen ansässige Pfeifenkrautfarmer wird nun sein Kraut nicht mehr los.

Pech gehabt könnte man dann sagen, so sind eben die Märkte. Allerdings ist diese Geschichte nicht nur an den Herrn der Ringe angelehnt, sondern besagte Händler gibt es tatsächlich.

Zudem ist die Europäische Union eine so große Wirtschaftsmacht, dass diese mit Leichtigkeit Exportbehinderungen wegverhandeln kann. Gerade dann, wen es um wirtschaftlich schwache Partner wie im afrikanischen Raum geht. Heißt: Wollen Afrikaner den Zugang zum europäischen Markt haben, haben sie kaum eine Wahl ausser die Rahmenbedingungen zu akzeptieren.
Und irgendwo hin muss ja unser ganzer Export. Immerhin muss Deutschland exportieren, damit die Wirtschaft stabil bleibt. Denn der Binnenmarkt kann in keinster Weise den Einbruch des Exportes auffangen

„Was also tun“, sprachen die Hobbits. Sie waren sich einig. Ihre Lebensgrundlage konnten sie in ihrem eigenen kleinen Hobbingen nicht mehr bestreiten.
Immer mehr Güter wurden durch die fernen Händler übernommen. Immer mehr Hobbits verloren ihren Job. Und so bleiben nur noch zwei Möglichkeiten. Entweder gehen und woanders ein neues Leben aufbauen, oder verweilen und sich dem Schicksal fügen.
So machten sich zwei Hobbits auf um ins ferne Land zu gehen und von ihrer Lage zu erzählen. In der Hoffnung, das man sie dort aufnehmen würde und sie dort neu beginnen konnten.“
In die reichen Länder, die die einheimische Wirtschaft zu Boden trampelt.
Doch irgendwann entschlossen sich auch die gebliebenen Hobbits etwas unternehmen zu müssen. Sie zogen sich schwarze Gewänder über und beschlossen, die Eindringlinge zu vertreiben.

Herzlich Willkommen im Nahen Osten.

Natürlich hat der IS vordergründig eine religös motivierte Strategie, doch wenn man hinter die Kulissen schaut fragt man sich schon: Warum soll dann ein funktionierendes Staatswesen aufgebaut werden?
Dieser Staat soll nach religösem Vorbild errichtet und Glück verheißend sein. Oder anders gesagt: Auch diese Menschen wollen ein Stück vom Kuchen der Zufriedenheit abbekommen.
Schon die Römer wussten wie man das Volk ruhig hält. Brot und Spiele.
Gebt den Menschen zu Essen und beschäftigt sie, so erheben sie sich nicht. Die deutsche/europäische Aussenpolitik macht zur Zeit genau das Gegenteil. Sie produziert Verlierer auf allen Seiten

Und so zieht auch der IS zum Schicksalsberg. Nicht so friedlich wie die Hobbits. Doch auch im Herr der Ringe mussten Frode, Sam und deren Wegbegleiter mehrere Kämpfe überstehen bis sie an ihrem Ziel ankamen.

Auch wenn das ganze hier nun noch recht humoristisch aufgebaut ist, so steckt dahinter doch ein großes Problem.
Wir (Europäer) können nicht sagen, dass wir nur „echte“ Flüchtlinge hier wollen. ODer noch besser, dass die Flüchtenden in ihren Ländern versuchen sollen sich etwas aufzubauen, während wir als Wirtschaftsmacht das Land in den Staub trampeln. Offensichtlich leben wir von der Wehrlosigkeit der fremden Märkte und nutzen diese gekonnt aus. Gleichzeitig wollen wir aber davon nichts wissen, Hauptsache unsere Einkäufe sind geil günstig.

Was aber wäre wenn wir nur einen geringen Aufschlag auf unsere Einkäufe zahlen würden, damit unsere Waren teurer werden und wir dadurch die „Wirtschaftsflüchtlinge“ vermeiden könnten. Wärst du dazu bereit?

Zum Abschluss noch sinngemäß ein Zitat meines damaligen Berufsschullehrers:

Entwicklungshilfe wird nicht dafür gezahlt, damit es denen besser geht, sondern dafür das sie bleiben wo sie sind.

Was wollen wir also?

Bis später.
Gehabt euch Wohl
Gruß Jan

Posted in Gedanken zur Nacht, Politik.

Erhalte mehr von Jan und folge ihm auf Twitter und Facebook.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.