Wie ich mich mit Horst versöhnte

Es gibt ja so Dinge im Leben die sind ungewohnt. Oder ungewollt. Oder belegt mit dem Gedanken „Mach das weg, ich will das nicht.“ So war es auch mit Horst. Bevor wir uns nun falsch verstehen: Horst keine Beleidigung. Horst ist auch kein Gegenstand. Horst ist ein Name.
Nicht irgendein Name. Es ist mein weiterer Vorname.

Viele meiner Follower waren ein wenig verwirrt, als ich meinen Namen bei Twitter in „Horst!“ änderte.
Woher kommt das? Warum macht der sowas?
Tatsächlich war es ein weiterer Schritt in einer Entwicklung. Hin zu einem Spielen mit dem Namen und schlußendlich auch zu einem Akzeptieren.

Ehrlich gesagt weiß ich nicht mal, warum ich drei Vornamen bekommen habe. Ahnenreihe? Dafür bin ich zu unadelig. Sie konnten sich bei meinem Namen nicht einig werden? Vielleicht. Es sollte eine Verbindung durch die Generationen geben? Halte ich für möglich. Auf jeden Fall wurde mein Großvater mit bedacht und ich „erbte“ seinen Vornamen. Horst. Erben ist zwar nicht ganz richtig, denn er erfreut sich bester Gesundheit, doch irgendwoher musste der Namen ja kommen.

Lange Zeit vergaß ich, dass ich mehrere Vornamen hatte. Der Rufname war schließlich völlig ausreichend. Während meiner Zeit als Jugendlicher war es auch sehr angenehm, dass nur sehr wenige von dem Vornamen wussten. Auch während meiner Schulzeit waren die Kinder schon nicht immer nur nett zueinander. So schlummerte der Name bis zu meinem 24. Lebensjahr vor sich hin. Bis zu meiner Hochzeit. Bei der Verlesung der Formalien der Eheschließung wird nämlich der gesamte Name verlesen und viele eingeladene Freunde wussten nichts von meinem Geheimnis 😀

Einige Jahre später wiederum, als alle Welt mit MMORPGs beschäftigt waren, tauchte diese Folge von Allimania auf Youtube auf. Dort gab es folgende Textstelle:

Tatsächlich waren diese 18 Sekunden sehr prägend für meine Beziehung zu meinem Namen. Denn hier wurde dieser zum ersten Mal positiv belegt. Nun gut, altersgerecht positiv genutzt. Auch heute viele Jahre später kann ich über diese Stele im Video noch herzlich lachen. Doch identifizieren konnte ich mich dennoch weiterhin noch lange nicht damit. Vielleicht war es auch einfach noch nicht die richtige Zeit dafür.

Ich habe mich mit dem Namen sehr schwer getan, obwohl keiner ihn hätte kennen müssen. Dieses Schwertun hat mich allerdings wirklich geärgert. Also musste das geändert werden und wo kann man besser Konfrontationstherapie betreiben als bei Twitter? Richtig.
Also änderte ich meinen Namen auf „Horst!“.
Zwei Tage später: „MOIN HORST!“ schallt es zu mir in den Laden. Als ich mich irritiert umgesehen habe, sehe ich eine grinsende @coschaar vorbei laufen. In dem Moment musste ich sehr lachen. Nicht nur, dass man nie weiß, wo die ganzen Twitterer auf einen lauern, sondern man weiß auch nicht wie schnell einen das Geschriebene einholt.

Es war der erste Schritt mich mit Horst zu versöhnen und es war eine gute Entscheidung. Ich bekomme mit dem Namen ein immer besseres Gefühl. Gerade weil es nicht nur als Name verwendet wird, habe ich das Gefühl den Namen für mich Nutzen zu können. Denn er steigert meinen Wiedererkennungswert. Oft bekomme ich Hinweise wenn mal wieder ein „Horst“ erwähnt wird. Gerade im digitialen Raum passiert das ja recht gern. Die Hinweise kommen dann immer mit einem leichten Augenzwinkern und bringen mich zum Lachen.

Gerade weil ich mich dann im weiteren Verlauf weiter mit Namen beschäftigt habe, bin ich auf eine kleine Sache gestoßen die ich amüsant finde:

Verwendung der Vornamen
Die in der Geburtsurkunde eingetragenen Vornamen dürfen von den Namensträgern im privaten Rechts- und Geschäftsverkehr nach Belieben genutzt werden und sind gleichberechtigt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Vorname_(Deutschland)

Klingt an sich erstmal recht langweilig, allerdings bedeutet das für mich, dass ich sogar mit „Horst“ unterschreiben darf. Oder ich geb das bei irgendwelchen Dingen an auf die ich keine Lust habe und weiß, dass die Post einfach ignoriert werden kann.

Insgesamt habe ich also einen sehr positiven Bezug zu meinem weiteren Vornamen entwickelt, mit dem ich so selbst nicht gerechnet habe.

Und ansonsten, auch wenn es diverse Beleidigungen oder Geringschätzung durch die Verwendung „Horst“ gibt, immer schön dran denken:

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Schreibt hier seine Gedanken nieder.

Hält überflüssige Worte für eben genau das. Daher erscheint hier ein Beitrag nur dann, wenn Worte auch gesagt werden wollen.

2 Comments

  1. Wie es aussieht, kommst du bestens mit deinen Namen klar.
    Jetzt gibt es ja keinen Rufnamen mehr (Überraschung beim Ortsamt).
    Alle offiziellen Behörden- und Bankbriefe lauten jetzt immer auf alle Vornamen.
    LG Martina

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