Interview mit @realhollowloop – #dasetwasandereff

@realhollowloop / Pipi interviewt gerne Twitterer. Um sie in mehr als 140 Zeichen vorzustellen.

Heute hatte ich die Ehre, mal ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern.
Wer wissen möchte, warum ich und meine Tochter ein gutes Team sind und welches meine weiblichste Eigenschaft ist, sollte einfach weiterlesen.

Pipi hat ihr Blog ein wenig umstrukturiert. Dabei ist leider auch die Rubrik mit dem #dasetwasandereff eingestampft worden. Da ich euch das Interview aber gerne weiterhin präsentieren möchte, habe ich es euch nun hier hinterlegt. Dabei habe ich stellenweise ein wenig meine Formulierungen überarbeitet und auch ein paar Rechtschreibfehler ausgemerzt. Ansonsten, inhaltlich ist es noch genau so geblieben wie ihr es bisher kennt.

Nun viel Spaß damit.

Pippi Stützstrump 🌈: Hallo @verWandelbar, Toll dass ich dich interviewen darf. Bevor wir loslegen darf ich dich wie immer bitten, dich den Lesern einmal vorzustellen.

Jan: Hallo @realhollowloop ich bin erfreut nun bei dieser Interviewreihe nun auch mitmachen zu dürfen.
Ich bin mittlerweile seit etwa 2,5 Jahren hier auf Twitter und wie man meiner Timeline entnehmen kann retweete ich relativ viel. Sozusagen einer der Tweetverteiler.
Twitter selbst nutze ich nur privat, auch wenn es manchmal so wirkt als hätte ich daneben kein anderes Leben. Daher hab ich hier schon ein paar Sachen erlebt und mitbekommen.
Zu mir als Mensch im echten Leben: Ich bin allein erziehender Vater und arbeite im Einzelhandel. Mich hat es in den Norden verschlagen und ich beabsichtige hier noch länger zu bleiben.

Pippi Stützstrump 🌈: In deiner Bio steht zu lesen, dass du vorher in NRW gewohnt hast. Es ist natürlich klar dass dich wahrscheinlich die Liebe in den Norden gelockt hat. Von wo aus NRW kommst du. Wie ist diese Liebesgeschichte wohl von statten gegangen?

Jan: Ich habe vorher im Ruhrgebiet in der Nähe von Dortmund gewohnt.
Und natürlich hast du Recht. Es hat mich, neben dem Hang nach Norden, Meer und Küste, die Liebe endgültig in den Norden gezogen.
Eigentlich ging das relativ harmlos ab. Wenn man an einem Blog schreibe, schaut man sich natürlich auch mal um was so Rechts oder Links neben einem passiert. Und so kam ich mit einer Dame ins Gespräch. Der Kontakt wurde intensiver, Man traf sich in Hamburg und es nahm alles so seinen Lauf.
Lustigerweise bin ich nach Hamburg gezogen in der Zeit als ich auch mit dem Twittern begonnen hatte.


Pippi Stützstrump 🌈: Woran ist diese Beziehung letzten Endes gescheitert? Böse Zungen könnten jetzt behaupten, du hast zuviel getwittert.

Jan: Wahrscheinlich gibt es diese.
Tatsächlich ist es aber so, dass wir uns auseinander gelebt haben. Nachdem wir schon länger zusammen gewohnt haben, kam irgendwann ein Gefühl welches nicht mehr zu einer Beziehung passte. Es war eher eine WG. Man verstand sich gut, was auch bis heute noch so ist, aber es fühlte sich nicht mehr nach Beziehung an. Das war dann auch der Moment wo man Fakten schaffen sollte.

Pippi Stützstrump 🌈: Und dieser Fakt war dann die Trennung. Wie kommt es dass deine Tochter bei dir lebt?

Jan: Nachdem meine Ehe gescheitert war, bin ich derjenige gewesen der ausgezogen ist. Da das soziale Umfeld definitiv für einen Verbleib in der damaligen Heimatstadt meiner Tochter gesprochen hatte. Das war vor 5 Jahren. Letztes Jahr im Sommer kam dann die Mutter auf mich zu und meinte, dass es ihr zunehmend schwerer fallen würde sich angemessen um die Kleine zu kümmern und welche Lösungen es da geben würde. Da ich auch in den restlichen Jahren regelmäßig zu Besuch gewesen war, fiel es allen Beteiligten nicht schwer zu entscheiden, dass meine Tochter zu mir ziehen würde.

Pippi Stützstrump 🌈: Du hast gesagt dass das alles zeitgleich mit der Eröffnung deines Twitter-Account passiert ist. Das war vor zweieinhalb Jahren. Du bist jetzt seit fünf Jahren getrennt?

Jan: Nein nicht ganz. Twitter gibt es seit 2,5 Jahren. Die Ehe erledigte sich vor 5 Jahren und meine letzte Beziehung ist nun etwa 18 Monate her.
Twitter begleitete mich in der Zeit immer mal wieder auf die eine oder andere Art.

Pippi Stützstrump 🌈: Welche von beiden Beziehungen hast du noch nicht verarbeitet?

Jan: Keine. Ich bin jemand der sich sehr lange Zeit lässt, bis er tatsächlich sagt das Er geht.
Nur wenn ich das einmal entschieden habe, führt kaum ein Weg zurück. Denn bis zu dem Punkt habe ich mir dann monatelang bereits Gedanken gemacht was nun sinnvoll ist, wie das ganze zu Retten wäre und vor allem auch: Lohnt es sich diese Energie noch einmal bzw. weiterhin zu investieren.
Daher kann ich guten Gewissens behaupten, dass ich mit meinem Gewissen im Reinen bin und nicht mehr an einer Ex hänge.

Pippi Stützstrump 🌈: Das ist natürlich eine sehr weibliche Art. Normalerweise sind es die Frauen, die noch sehr lange bleiben bevor sie eine Beziehung wirklich beenden. Mir sind am dir auch sonst sehr viele weibliche Züge aufgefallen.Als Beispiel ziehe ich heran, dass du in deiner Bio angegeben hast, bei den Single Müttern in deiner Umgebung sehr beliebt zu sein.
Welches sind deine weiblichsten Verhaltensmuster?

Jan: *kratzt sich am Kopf* Das ist eine verdammt gute Frage…Spannender wäre für mich ja jetzt deine Antwort.
Aber zurück zu deiner Frage: Ich glaube, es ist die Tatsache mich in andere Menschen hineinversetzen zu können. Ehrlich gesagt kann ich Smalltalk nicht leiden. Alles oberflächliches Zeugs. Daher ist es oft so, dass es zügig zu tiefgründigeren Themen kommt. Das kombiniert sich dann oft mit der Möglichkeit zuhören zu können. Beides Sachen, die Frauen schätzen.

Pippi Stützstrump 🌈: Wenn du natürlich viele tiefe Gespräche führst, unterstelle ich Dir jetzt ganz einfach mal, das dein Sexualleben wohl sehr darunter leiden wird. Frauen stehen ja viel eher auf diese Badguys.

Jan: *schmunzelt* das mag stimmen. Aber wer findet eher den Zugang zu Ihrem Herzen? Für einige scheint das Herz nur ein überflüssiger Umweg in Richtung Bett zu sein. Aber tatsächlich ist es der lohnendere Weg. Warum soll ich mir den Stress machen, es ständig bei jeder neu zu versuchen, wenn ich Eine fest an mich binden kann.
Und mal ehrlich: Dann kann man immer noch sagen „Schlafzimmer. Jetzt.“ Zumal das dann auch noch zuverlässiger funktioniert. *grinst*

Pippi Stützstrump 🌈: Was ich bei dir spannend finde, sind deine ständigen Exkurse die du so unternimmst. Du scheinst das auch immer recht spontan zu machen. Nimmst du dann deine Tochter mit oder sind deine Touren viel eher Alleingänge?

Jan: Ich bin viel unterwegs und manche Sachen bieten sich dann an. Oft ist meine Tochter auch dabei. Da sie bereits 10 Jahre alt ist, ist da auch bereits einiges möglich. Allerdings gibt es auch ein paar Sachen, bei denen weiß ich, dass sie darauf keine Lust hat. Oder auch wenn ich ich dabei meine Ruhe haben möchte, dann lege ich mir das so, dass sie dann anderweitig unterwegs oder betreut ist.

Pippi Stützstrump 🌈: Wie darf ich mir so ein Exkurs bei dir vorstellen?

Jan: Dann würden wir einen netten entspannten Tag in Hamburg verbringen. Strand Pauli, Street Food Festival, die eine oder andere Bar auf der Reeperbahn. Abends geht es dann in den Zug. Die Nacht würden wir dann im Zug zusammen verbringen und uns morgens Wien anschauen. Falls du es danach noch mit mir aushälst, geht es Nachts weiter nach Venedig. Und da du so wirkst, als bräuchtest du ab und zu mal n wenig Meer und Sonne: Dann auf die Fähre nach Griechenland.

Pippi Stützstrump 🌈: Bist du ein romantischer Träumer? Ich nehme an, dass du versuchst einer Frau viel zu bieten?

Jan: Ja bin ich definitiv. Das merkt man auch an den Sachen die ich schreibe oder twittere. Allerdings bin ich jemand, der gar nicht so große oder viele Ansprüche hat. Mir ist ein Urlaub mit Rucksack zig mal lieber als all inkl. Urlaub für 3 Wochen.
Natürlich unterliegt auch Freiheit einer gewissen Romantik. Beim Reisen kann man das am besten kombinieren.
Fairerweise muss man aber auch erwähnen, dass ich einen gewissen Hang zur Dramatik hab. Vielleicht ist das meine weiblichste Eigenschaft *lacht*

Pippi Stützstrump 🌈: Du schreibst oft dass du und deine Tochter ein Team seid. Erzählt mir von deiner Beziehung zu deiner Tochter.

Jan: Natürlich sind wir eine Zweckgemeinschaft. Klingt hart, logisch und richtig. Allerdings gibt es neben Vätern auch noch das Model Papa.
Das ist für mich tatsächlich ein ziemlich großer Unterschied, Jede Frau, die vom Vater ihres Kindes spurlos verlassen wurde, kann dir das wahrscheinlich bestätigen. Ein Papa hingegen kümmert sich um sein Kind, und da gehört es eben auch zu mal auf die Belange des Kindes zu hören. Das leise Suchen nach Aufmerksamkeit, Nähe und einfach nur „Da sein“.

Pippi Stützstrump 🌈: Das klingt alles sehr technisch und genügt mir auch nicht als Antwort.

Jan: Daher sind wir in einem regelmäßigen Austausch miteinander und können uns recht gut einschätzen. Das ist für Außenstehende durchaus unterhaltsam. Diverse Tweets sind Gespräche, die tatsächlich so stattgefunden haben. Andererseits ist es so, dass ich versuche meine Tochter weiter zu bringen, damit sie es gut schafft groß zu werden. Andererseits bringt sie mir bei, dass es auch noch andere Prioritäten gibt. Zum Beispiel der erste Krankenschein für mich, weil mein Kind krank zuhause lag. Wir entwickeln uns zusammen weiter. Ob wir wollen oder nicht. Darin sind wir ein gutes Team.

Pippi Stützstrump 🌈: In deiner Bio sprichst du von Wochenendtreffen mit Frauen. Was genau darf ich mir unter diesen „Treffen“ vorstellen?
Sind das Sex Dates und wo lernst du diese Frauen kennen?

Jan: *lacht* Es war so klar, dass genau da nach gefragt wird.
Ich bin wie gesagt recht spontan. Wenn ich mich mit einer Dame treffe ist es aus der Intention heraus sich mal persönlich zu treffen. Einfach weil man sich gut versteht. Ohne Hintergedanken.

Ja ja, ich seh dich doch schon wieder grinsen!
Dazu gibt es ne amüsante Anekdote:
Ich bin mal zu einem Treffen gefahren, einfach um die Möglichkeit zu haben, jemanden ausserhalb des Internetssehen zu können.
Meine damaligen Kollegen grinsten natürlich später darüber so nach dem Motto: Na klar, einfach „nur so“ mal besuchen gefahren.
Selbst als ich bei ihr übernachtet hatte, ist da nichts gelaufen.
Und eine meiner Exfreundinnnen meinte dazu nur ganz lapidar: „Klar glaub ich dir das. Du bist halt so bescheuert“
Nein, es waren bisher nie geplante Sextreffen. Was unter anderem daran liegt, dass ich für sowas viel zu schüchtern bin.

Pippi Stützstrump 🌈: Sind die Damen dann nicht sehr enttäuscht?

Jan: Das kommt drauf an mir welcher Absicht sie sich mit mir treffen.
Und mal ehrlich: Bevor ich mich neben jemanden lege, will ich sie zumindest vorher schon mal „in echt“ gesehen haben. Möchte wissen, ob es die gleiche Wellenlänge nur im Internet gibt, oder ob es diese auch im echten Leben gibt.

Pippi Stützstrump 🌈: Du beschreibst dein Leben als langweilig. Auf der anderen Seite sagst du auch von dir, dass du es immer wieder schaffst Spannung und Drama in dein Leben zu bringen. Wir haben ja schon festgestellt dass du einen Hang zur Dramatik hast. Wie darf ich mir diese Spannungen in deinem Leben vorstellen?

Jan: Es gab im vor ungefähr einem Jahr mal eine Dame bei der es scheinbar zusammen passte wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.
Gerade wenn es um Gefühle geht ist das immer sehr fordernd.
Man kann natürlich sagen, dass wir uns nur noch einmal getroffen haben um uns auszusprechen und dann unter alles einen Schlussstrich zu ziehen.
Das wäre die langweilige Variante der Erzählung.

Tatsächlich war es allerdings fast schon drehbuchreif. Spannungsbögen, Hoffnung, Verzweiflung, Lachen und dann doch das gehasste Ende.
Mittlerweile war dieses Gespräch eines derjenigen, dass beiden am besten im Gedächtnis geblieben ist. Gerade weil es so gelaufen ist, wie es war.
Wahrscheinlich ist sie mir immer noch ein wenig böse, dass ich sie beim Weinen zum lachen gebracht hab. Vll werde ich das dann irgendwann nochmal erfahren.
Gerade das ganze Hin und Her bietet zig Möglichkeiten in die man sich reinsteigern kann. Ich kann das recht gut und zugegeben mach ich das auch ganz gerne.
Wenn auch in Gesprächen davon dann kaum was zu merken ist. Da bin ich dann meist fokussiert.

Pippi Stützstrump 🌈: Wir kommen so langsam zum Ende unseres Interviews. An dieser Stelle darfst du mir eine Frage stellen. Welche Frage stellst du mir?

Jan: Du kennst den Butterfly Effect?
Das ein Schmetterling in Südamerika mit einem Flügelschlag einen Orkan in Russland auslösen kann.

Wenn du eine einzige Sache ändern müsstest, um etwas gutes für die Welt zu bewirken, was wäre das?
Was würdest du ändern, bzw was würdest du damit bezwecken wollen?

Pippi Stützstrump 🌈: Spannende Frage die ich leicht beantworten kann.
Ich würde gar nichts verändern, weil auch die kleinste Veränderung wie im butterfly effect geschrieben, sehr große Veränderung mit sich führen kann.
Wenn schon besagt der Flügelschlag eines Schmetterlings ausreicht um einen Sturm in Russland auszulösen, sind die Folgen einer Veränderung gar nicht absehbar.

Nehmen wir zum Beispiel den allseits beliebten Tod von Adolf Hitler: der Zweite Weltkrieg wurde nicht stattfinden, viele Leute würden nicht sterben. Sie alle würden in den nächsten Jahren die Erde bevölkern und jedes Leben hätte auch sein Einzelschicksal.
Die Atombombe wäre nicht erfunden worden oder sehr viel später. Dies hätte große Kriege zur Folge die in ihrer Wirkung auch nicht abzuschätzen wären.

Das Gute am Zweiten Weltkrieg war, dass er und 70 Jahre Frieden beschert hat.
Ich würde gar nichts verändern.

Pippi Stützstrump 🌈: Manöverkritik: Wie hat den Herren das Interview gefallen?

Jan: Ich fand das Interview sehr angenehm. Natürlich wusste ich ungefähr worauf ich mich einlasse, da ich das eine oder andere Interview aus der #dasetwasandereff bereits gelesen hatte. Spannend finde ich immer wieder welche Schwerpunkte du in deinen Intervieews setzt. Das unterscheidet sich ja auch von mal zu mal.
Auch wenn ich wegen manchen Themenbereichen Befürchtungen hatte, so habe ich mich die ganze Zeit gut und gekonnt von dir begleitet gefühlt. Blaaaa….
Hast du gut gemacht.

Pippi Stützstrump 🌈: Famous last words

Jan: Wie ihr seht, quatsche ich ganz gerne, daher nutze ich diese freie Antwort mal ausnahmsweise ein wenig ausgiebiger. Denn ich möchte kurz erläutern, warum es genau diese Worte sind. In meinem Gesprächen mit einer Tochter habe ich oft die Situation, dass sie unsicher ist. Unsicher wie manche Dinge laufen, wie es weiter geht, was sie nun machen soll. Diese Details finde ich allerdings auch immer wieder bei Erwachsenen.

Daher: Es gibt immer! einen Plan.

Posted in Twitter.

Schreibt hier seine Gedanken nieder.

Hält überflüssige Worte für eben genau das. Daher erscheint hier ein Beitrag nur dann, wenn Worte auch gesagt werden wollen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.