Ist der Terror in Deutschland angekommen?

Tagelang gingen wiederholt Schreckensmeldungen durch die Medien.

Würzburg, München, Reutlingen, Ansbach.

Ich selbst befinde mich gerade auf der Fahrt durch Belgien um an der Nordsee ein paar Tage Urlaub zu machen. Natürlich begleiten solche Meldungen einen, auch wenn man die Landesgrenze hinter sich gelassen hat macht man sich seine Gedanken darüber.

Ist der Terror tatsächlich in Deutschland nun angekommen?

Wenn man sich „Terror“ alleine mit Schrecken übersetzt nein.
„Ja, aber die ganzen Anschläge, alleine die letzten Tage….“

Nein, ist er trotzdem nicht. Es sind gewaltsame Anschläge in Deutschland verübt worden. Das ist richtig. Allerdings ist das auch nochmal etwas anderes, als ein ganzes Land in Angst und Schrecken versetzt zu haben.

Bestürzung, Sorgen,Gedanken und Mitgefühl kann ich sehr gut nachvollziehen. Habe ich selbst. 

Seid ihr denn gedanklich bereits so weit, dass ihr dauerhaft Deutschland verlassen wollt? Auswandern wollt um sicherer zu leben? Wirklich?

Mal abgesehen von der Problematik, dass es wahrscheinlich kaum ein besseres Land gibt als Deutschland, in das ihr flüchten könnt. Und da lebt ihr bereits. 

Mir ist bewusst, dass man meine Meinung durchaus kontrovers diskutieren kann.
Dazu möchte ich dich auch sehr gerne einladen.
Allerdings vertrete ich zum jetzigen Zeitpunkt ganz klar die Sichtweise, dass es zwar mehrere Anschläge gegeben hat, wir aber von echtem Terror noch eine ganze Ecke entfernt sind.

Natürlich. Man macht sich so zu den Hintergründen der Tat seine Gedanken.

Würzburg:

Der Täter hat sich sehr wahrscheinlich selbst radikalisiert. Zumindest soweit ich es zum jetzigen Zeitpunkt weiß.

Wo war dort das Umfeld? Ich spreche noch nicht mal von Integration. Wo waren Menschen die im sozialen Kontakt standen um Ideen zu diskutieren? Wo waren Menschen aus dem muslimischen Umfeld die eine Koranauslegung vertreten, welche nicht in Gewalt endet? 

Mir ist bewusst, dass es sehr schwer ist in das „stille Kämmerlein“ eines Selbstradikalisierers einzubrechen. Gerade auch deswegen, weil die eigene Filterblase sehr massiv die Wahrnehmung der Person verschiebt und beeinflusst. Für mich aber die wichtigste Frage: War eine Verschärfung der Situation bemerkbar, wenn ja: Wurde darauf reagiert und wenn ja, wie?

München

Ein Amoklauf mit Toten, bei dem jedes Opfer eines zu viel war. Wenn ich mich richtig erinnere, lebte der Täter bereits mehrere Jahre in Deutschland, war gut integriert und auch ansonsten recht unauffällig. Diese Fakten werde ich allerdings bei nächster Gelegenheit nochmal nachlesen, sobald ich die Chance habe. Denn ich möchte bei den Fakten bleiben.

Wann wurde aus dem Nachbarn wieder ein Deutsch-Iraner? Versteht mich nicht falsch. Ich mache niemandem einen Vorwurf.
Mich beschäftigt eher die Frage wann man aus einem Menschen der monate- und jahrelang in unserer Mitte gelebt hat wieder „der Ausländer“ mit iranischem Ursprung wurde.

Ich verstehe, dass man sich abgrenzen möchte von Tätern. Anders sein will, um das Ganze vielleicht besser für verarbeiten zu können. Aber sind wir ehrlich: Es war ein Amoklauf von einem Deutschen in Deutschland.

Natürlich könnten wir nun alle Grenzen dicht machen und uns vor den „bösen Ausländern“ schützen. Schaut mal zur Zeit in die USA. In Richtung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten. Oder in die Türkei. Das sind zwei Optionen wie es dann weitergehen könnte. Für mich eine gruselige Idee

Gerade kommen wir am Flughafen Zaventem vorbei und ich schreibe über Anschläge. Scheinbar holt uns in diesen Tagen die europäische Aussen- und Wirtschaftspolitik langsam aber sicher ein. Dies aber nur als Randnotiz.

Kommen wir zum Abschluss noch kurz auf Ansbach zu sprechen. 

Dies ist für mich ein perfektes Beispiel dafür, was passieren kann wenn man. Menschen in einem Land keine Perspektive anbieten kann.

Ein Mensch flüchtet aus seinem Land in der Hoffnung ein besseres oder zumindest sicheres Leben zu finden. Kommt in Europa, dem Land der 500 Milionen Einwohner, an. Vielleicht ist er glücklich endlich hier zu sein. Er hat eine Drogenproblematik um mit seinenErlebnissen umzugehen und der Asylantrag in den man all seine Hoffnungen gesteckt hat wird abgelehnt. Nicht nur, dass er ein „zu harmloses“Schicksal hat um Asyl zu bekommen, nein er darf nicht nur nicht in einem der Länder der EU bleiben, sondern muss auch noch zurück in die Hölle aus der er geflohen ist.

Unter solchen Vorzeichen sind 12 Monate eine verdammt lange Zeit um verdammt wütend zu werden. 

So lange lief seine Duldung in Deutschland schon und für ihn der wahrscheinlich größte Alptraum.

Für mich ganz klar: egal welches Schicksal, absolut gar nichts rechtfertigt einen Einsatz von Gewalt.

Doch diese Perspektivlosigkeit als Ursache von Gewalt und Terror ist hausgemacht. Mal abgesehen davon, dass dies nicht nur die Perspektivlosigkeit von Flüchtlingen betrifft, aber das würde an dieser Stelle wohl zu weit führen.

Als Fußnote noch eines, was die Kommentare angeht: Ich erwarte einen angemessenem Umgangston. Wenn ihr diskutieren wollt freue ich mich sehr gerne darüber.

Sollte aber ein Kommentar rein aus Beleidigungen und rechten Pöbeleien bestehen und nicht zur Diskussion beitragen behalte ich mir mein Hausrecht vor und werde diese nicht veröffentlichen.

Diskussion gerne, Pöbeleien nein.
Mein Blog, mein Hausrecht.

Gehabt euch wohl.

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