Besäufnis im Museum? – #KeinBierohneAlster

Ende Juli erreichte mich eine Email der Stiftung Historische Museen Hamburg, in der ich zu einer Bloggerpreview eingeladen wurde. Termin 05.09.16 im Hamburg Museum.

Da der Termin nun offensichtlich verstrichen ist, kann ich euch mitnehmen in eine Sonderausstellung.

„Kein Bier ohne Alster
Hamburg – Brauhaus der Hanse“

 

Ein leeres Museum zur Abendzeit. Letzte Besucher verlassen das Gebäude und nur noch wenige Mitarbeiter des Museums. Und die Blogger.
In dieser Konstellation passieren merkwürdige Dinge, abends im Museum.
Insgesamt überraschte mich dieser Besuch bereits von Anfang an. Denn in welchem Museum bekommt man zu Beginn einer Veranstaltung direkt mal eine Kiste bestes Hamburger Craft Beer auf dem Tresen der Information gestellt?
Der Kurator Dr. Ralf Wiechmann nutzte sogleich die Chance und begrüßte die Anwesenden. Es begann mit einer kurzen Einleitung zu der mehrtägigen Sonderausstellung.

Doktortitel, Historisches Museum, Gerede.
Klingt im ersten Moment total langweilig. Herr Wiechmann beherrscht es allerdings  hervorragend einen historischen Kontext modern wiederzugeben und gleichzeitig neugierig auf mehr zu machen.

Man kann das vorher gereichte Craft Beer als Ablenkungsmanöver verstanden werden , damit er in Ruhe reden konnte. Allerdings war es gleichzeitig der sehr gelungene Versuch auf die  Craft Beer-Szene hinzuweisen, die sich in Hamburg neu erfindet. Diese war mit dem Weltmeister der Biersommeliers Oliver Wesseloh bestens vertreten.

Anschließend ging es in die eigentliche Ausstellung.

Historische Funde, kombiniert mit einem sehr guten Bodenleitsystem bis hin zur aktuellen Gegenwart.

Ich gebe zu, ich bin nicht der regelmäßige Museumsbesucher. Daher war es für mich ein wenig überraschend in eine „dunkle“ Ausstellung zu kommen. Insgesamt aber konnten so deutlich die Stücke zur Geltung gebracht werden. Gerade der Bruch mit der klassischem Ausstellungsweise ermöglicht es sich neu auf einen Rundgang einzulassen und so neugierig zu bleiben.

Insgesamt wurden die einzelnen Themen in unterschiedliche Bereiche geteilt. Durch die vorhandenen Cuben fand ich es sehr angenehm, da man nicht durch die Gesamtansicht erschlagen wurde. Immer mal wieder stoppten wir um ein wenig mehr Informationen vom Kurator selbst zu bekommen, nutzten aber auch die Möglichkeit selbst durch die Ausstelung zu streunen.

Gegen Ende der Veranstaltungen gab es noch eine weitere Verkostung und eine gesellige Runde in der man sich austauschen konnte.
Es konnte viel Bier ausprobiert werden, doch wer glaubt das es eine Veranstaltung war zur Erhöhung des Bierkonsums irrt.

Es werden natürlich viele Aspekte des Bierbrauens beleuchtet, aber die zweite Hälfte des Titels ist „das Brauhaus der Hanse.“ Hierbei wird auf den durchlebten strukturellen Wandel in Hamburg eingegangen, sowie gesellschaftliche Veränderungen kritisch hinterfragt.

Und dann war da noch dieses Bierfest.
Besäufnis im Namen der Kultur?

Bei weitem nicht. Es ist das Eröffnungsfest der Sonderausstellung „Kein Bier ohne Alster, Hamburg – Brauhaus der Hanse“

Die Störtebeker Brauerei hat speziell zu diesem Anlass ein Rauchweizenbier nach alter hanseatischer Tradition gebraut welches ausgeschenkt und verkostet werden konnte. Mittelalterliche Spielleute zeigten ihre Kunst und die Polizei Hamburg war mit einem Fahrsimulator dabei. Gerade dieser war auch dazu gedacht Alkoholkonsum kritisch zu hinterfragen. Denn wenn man sieht wie nüchterne geübte Fahrer  Simulator fahren, selbst bei einem Schwierigkeitsgrad von „nur“ 0,8 Promille, der sollte einsehen: Alkohol im Straßenverkehr ist eine verdammt dumme Idee.

Arrow
Arrow
Slider

Auch für die Beschäftigung derjenigen Besucher, welche sich nicht mit dem Thema Bier auseinandersetzen wollten, konnten oder durften, war ein kurzweiliger Zeitvertreib aufgebaut. Dazu auch mehr in den Bildern. Für die eiligen Leser unter euch:

  • Kartenhäuser bauen
  • Beutel selbst nähen
  • Bierdeckel drucken

Falls sich jemand noch genauer für #keinBierohneAlster interessiert, dem sei der Hashtag anempfohlen, oder das Onlinedossier zur Ausstellung, oder das Buch zur Ausstellung.

 

Ansonsten gibt es hier noch weitere Texte und Einblicke:
Beim Text & Blog von Markus
Bei den Alltagsabenteurern
Hier ist Mit Vergnügen Hamburg durch die Ausstellung gezogen
und natürlich gibts mehr auch beim Hamburg Museum auf Facebook

Zum Abschluss möchte ich mich noch ganz herzlich bei der Stiftung Historische Museen Hamburg sowie bei Anna, Martina und Wera bedanken. Sie sind es, welche mir ermöglicht haben diese tolle Ausstellung mit einem Beitrag zu begleiten.

Und an alle Beteiligten: Es war toll mit euch.

 

PS: Das Rauchweizenbier ist super. Ich hoffe Störtebeker übernimmt es dauerhaft ins Sortiment 😉

Posted in BloggerEvent and tagged , , , , , , , .

Schreibt hier seine Gedanken nieder.

Hält überflüssige Worte für eben genau das. Daher erscheint hier ein Beitrag nur dann, wenn Worte auch gesagt werden wollen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.