Ein Gutschein und 1x Paris bitte – Wir sind da

Du bist unvorbereitet auf diesen Artikel gestoßen? Hier gehts zum Prolog.

Ooooor Papa! Die Ampel war ROT!
Wie schon am Ende des letzten Artikels schon angedeutet, begleitete mich dieser Ausspruch diverse Male alleine in den ersten 15min auf dem Weg zum Hotel. Zu Recht.
In diversen Beiträgen die von Amerikanern oder Europäern über deutsches Verhalten geschrieben wurden steht immer wieder eine Sache: „Germans respect the red light.“ Ich muss lachen, als ich mich daran erinnere. Denn je länger ich in Paris bin, um so mehr bemerke ich, dass es stimmt. An den ersten Ampeln bleiben wir noch daran stehen. Doch je mehr Ampeln kommen, um so schneller ignorieren wir sie. Denn in Paris gibt Seitenstraßen. Viele Seitenstraßen. Verdammt viele Seitenstraßen. So langsam verstehe ich, warum die Ampeln ständig von den Parisern ignoriert werden. Allerdings ist es schon lustig den Ampelknopf zu bedienen. Ich hab zwar keine Ahnung was von der Ampel gesagt wurde, doch auf einmal fing die an zu Quatschen. So lange bis es Grün wurde. Für Erheiterung hat es allemal gesorgt.

Genug von Ampeln. Direkt in den ersten paar Minuten haben wir diverse alte Gebäude gesehen, die in Paris meist unter Denkmalschutz stehen. Da Paris im zweiten Weltkrieg von den Kriegswirren kaum betroffen war, gibt es noch reichlich wunderschöne Gebäude die zum Anschauen einladen. Wie hier auf dem Bild zu sehen ist, ist allerdings auch Streetart in jeglicher Ausprägung vorhanden.

Wir lassen uns also erstmal durch die Stadt der Liebe treiben immer gen Westen. Denn dort lag vom Gare de l´Est ausgesehen unser Hotel.

Nach ungefähr 15-20min erreichen wir dieses dann endlich. Apropo erreichen. Wie orientiert man sich in Paris wenn man noch nie da gewesen ist und keine Stadtkarte dabei hat? Richtig. Mit dem Handy.

Im Vorfeld habe ich mir diese Frage nämlich bereits gestellt. Was also tun in einer fremden Stadt, ohne Roaming und ohne Ahnung? Zum Glück haben die meisten Handys mittlerweile einen GPS-Sensor verbaut, so dass man zumindest mal schauen kann wo man sich auf einer Karte befindet. Kleiner Tipp: Google Maps könnt ihr ohne Datenverbindung abhaken. Oder ihr legt im Ausland richtig Geld für das Datenroaming auf den Tisch. Also mal nach Offline-Karten gesucht. Ich bin bei Citymaps2Go hängen geblieben. Einerseits sagte mir der Name OpenStreetMap etwas im Zusammenhang mit Karten, zweiter und wesentlich wichtigerer Grund: Es ist gratis, mit der Option zu einem Premium-Upgrade. Mir reichte die Gratisversion locker um in Paris offline zu navigieren und wir sind immer dort angekommen wohin wir wollten. So auch zum Hotel

Dort angekommen wurde erstmal eingecheckt was völlig problemlos war. Sollte es ja meistens, erwähne ich trotzdem, da ich keinerlei Französisch spreche und mein Englisch, nennen wir es mal gutmütig „ziemlich eingerostet“ war. Jdenfalls wurden wir sehr herzlich empfangen und mit den Wichtigsten Sachen vertraut gemacht. WLAAAAN. Tja nu, irgendwie musste man schließlich den Kontakt in die Heimat halten.

Dann die erste Überraschung: Das Zimmer war ein Doppelzimmer, allerdings mit nur einem Bett. Zwar ca. 160cm breit, aber eben nur ein Bett.
Nun gut, wird schon irgendwie gehen. Immerhin wollten wir nicht zwei Tage nur im Zimmer rumhängen, sondern viel unterwegs sein. Also kurz meinen Rucksäcke entleert und ab durch die Mitte.

Weiter gen Westen, die Rue la Fayette entlang. Shoppingbegeisterte wissen schon, wohin diese führt. Immerhin hat besagtes weltberühmtes Kaufhaus auch den Namen Lafayette im Namen. Galeries Lafayette Haussmann eben.
Dort angekommen, das erste Mal in einer größeren Menschenmenge. Denn schließlich will dort jeder mal gewesen sein. Zudem ein deutlicher aber zurückhaltender Hinweis auf die angespannte Sicherheitslage: Einlass nur nach Taschenkontrolle. Zugegeben, wirklich intensiv war diese Kontrolle nicht, aber immerhin taten sie so, als würden sie ihre Aufgabe ernst nehmen.

Drinnen dann der maximale Konsumanreiz. Über mehrere Etagen alles voller Dinge die das Kaufrauschherz höher schlagen lassen. Von Accessoires über Kleidung, Kuscheltiere bis…eigentlich gab es alles was sich jemals ein Designer von Rang und Namen sich hat einfallen lassen. Allerdings war mir auch vorher schon klar gewesen: Hier wird nur geguckt und nichts gekauft. Also vorrausgesetzt ich hätte nicht vor mich bis zu meinem Renteneintritt 2050 zu verschulden. Allerdings hat sich der Besuch der Galerie trotzdem gelohnt. Das lag vor allem auch an der großen Dachterasse. Dort hat man nämlich kostenfrei einen ersten schönen Ausblick über die Dächer vom Paris.  Natürlich wissen das auch andere Besucher, von daher ist man dort oben sicherllich nicht allein. Ein kleines Café ist dort auch noch eingerichtet worde, doch wir haben es uns verkniffen dieses aufzusuchen, da wir noch einiges vor hatten. Schließlich waren wir in Paris. Daher war der Eiffelturm ein Muss. Allerdings konnten wir ihn von der Dachterasse zum ersten Mal „live“ sehen. Allerdings nur aus der Ferne. Aber wir hatten noch genügend Zeit das zu ändern.

Arrow
Arrow
Slider

Also erstmal die ganzen Etagen des Kaufhauses wieder runter. Es war tatsächlich spannend zu sehen, was sich die Schaufensterdesigner alles haben einfallen lassen. Besonders in Erinnerung geblieben sind die Augen, die dem verbeigehenden Passanten mit ihrem Blick folgten. Der Nachwuchs fand es ein wenig spooky, allerdings musste das natürlich mehrfach ausprobiert werden.

Unten wieder angekommen wurde die Oper links liegen gelassen und es ging gen Süden und plötzlich fühlte ich mich irgenwie im Kampf zwischen den Hobbits und den Orks gefangen. Immerhin passierten wir die Rue de Rohan. Scheinbar waren aber hier auch schon Orks dran vorbei gekommen und hatten, ganz ausversehen natürlich, ihre Finger über das Schild gleiten lassen. Paris überraschte mich als erneut. Wobei ich schon ein wenig traurig war, denn Hobbits, Orks und Elfen gabs in den Tagen dort nicht zu sehen.

Doch Paris hatte noch diverse andere Sehenswürdigkeiten im Aufgebot. Als nächstes: Das Musée du Louvre. Berühmt sind hierbei nicht nur die Mona Lisa, sondern die Pyramiden die ein erstklassiges Urlaubsmotiv sind. Immerhin so berühmt, dass extra kleine Steine aufgestellt wurden um mit den Pyramidenspitzen ein Foto machen zu können. Wir sparten uns den Besuch im Louvre, nicht aus Kostengründen, sondern aus dem Grund das Kind nicht mit Kunst zu langweilen. Immerhin war es ihr erster Städtetrip und sie sollte daran gefallen finden.

Weiter ging es mit dem enspanntesten Teil des gesamten Ausfluges: Dem Jardin des Tuileries.

Der ehemaligen königliche Schlossgarten, der das Louvre und den Place de la Concorde verbindet ist inmitten einer 17mio Einwohnerstadt der Punkt für Erholung innerhalb von Grünflächen. Zu Grünflächen sei an dieser Stelle gesagt: Bei den meisten Pariser Grünflächen ist das Betreten verboten. Selbstredend auch hier. Allerdings sind an den Teichen viele Stühle aufgestellt, welche man entspannt nutzen kann.
Der Boden im Tulariengarten ist allerdings sehr stabig. Warum ich das erwähne könnt ihr am Folgetag nachlesen. 😉

Hier habe ich auch eines meiner Lieblingsbilder aufgenommen. Wer nun eine Parklandschaft erwartet wird enttäuscht. Es geht tatsächlich um dortige Statue.
Unabhängig vom historischen Kontext muss ich immer wieder bei Onlinediskussionen an dieses Bild denken. Ich denke ihr könnt erahnen wieso.

Nachdem wir am Place de la Concorde angekommen waren, gab es den ersten original französischen Crepe. Schließlich war man in Paris und durch die ganze Lauferei hatte man sich das definitiv verdient. Anschließend ging es über die Seine hinweg und an deren Südufer weiter gen Eiffelturm. Auch hier verwöhnte und Paris mit hervoragendem Wetter. 17° Celsius, kaum Wolken und Sonne.

Beziehungsweise war es mittlerweile so langsam ein Spaziergang im beginnenden Sonnenuntergang. Trotz erneuter Energie durch Süßspeisen meldeten sich so langsam die ersten Ermüdungserscheinungen. Doch der Eiffelturm war erklärtes Tagesziel. Nicht von mir, doch Madame ließ keinerlei Zweifel daran, wo sie heute! abend noch hinlaufen wollte. Also ging es weiter im Sonnenuntergang.

An der Bushaltestelle vorbei und noch kurz in eine kleine Seitenstraße eingebogen. Und dann drehte ich mich zu meinem Kind um und sah folgendes Bild. Wer allerdings wissen will, warum sie sogeschaut hat, sollte sich einfach mal das zweite Bild in der Galerie ansehen.

Arrow
Arrow
Slider

Endlich angekommen.

Paris, am Eiffelturm. Kind war zufrieden und die ganze Lauferei hatte sich tatsächlich gelohnt.

Dann gab es in der Nähe noch einen kleine Veranstaltung mit Fressbuden. Und Taschenkontrlle beim Einlass. Wieder mal. Trotzdem war es  genau das Richtige für uns, denn wir hatten Hunger. Immerhin war es auch schon 21:00 Uhr.

Um das Kind nicht völlig zu erledigen, entschlossen wir uns den Rückweg mit dem Bus zu machen. Zufälligerweise war es sogar eine Direktverbindung zu „unserer“ Haltestelle. Also die, die am nächsten zu unserem Hotel lag. So ersparten uns 4 Euro die restliche Lauferei.

Zurück im Hotel war nun endgültig Feierabend. Der Nachwuchs fiel einfach nur noch um. Zum Glück schaffte sie es noch sich vorher umzuziehen. Doch den erholsamen Schlaf hatte sie sich auch nach ca. 12km Lauferei redlich verdient. Ich hatte zwar noch Befürchtungen, dass darunter die Lauferei am folgenden Tag leiden würde, doch es kam Alles anders als gedacht. Dazu aber im nächsten Beitrag mehr….

 

Fazit:

Kind völlig platt, aber glücklich. Keine Blasen an den Füßen und Vorfreude auf den nächsten Tag.

Also alles Richtig gemacht bisher.

 

Posted in Allgemein.

Schreibt hier immer mal wieder seine Gedanken nieder.

Da er überflüssige Worte für eben genau das hält, erscheint hier nur ein Beitrag wenn er der Meinung ist, dass diese Worte auch gesagt werden sollen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.