Wer bin ich? Wer bist Du? – Eine Spurensuche

…und was machst Du so?“ Wer kennt sie nicht. Diese Frage aller Fragen in einem Gespräch mit Unbekannten. Gesellschaftlich hat es sich mittlerweile durchgesetzt mit der Jobbezeichnung zu antworten. Ich bin Anwalt. Hausfrau. Banker. Verkäufer.
Dabei steckt hinter dieser Frage viel öfter ein verstecktes „Ich möchte dich kennen lernen, erzähle mir von dir.“ Interessanterweise nutzt man gerne den Job, um diese Frage ausweichend zu beantworten. Ausweichend deswegen, weil man Nichts über sich verraten möchte. Zumindest solange man den Gegenüber nicht einschätzen kann.
Dabei wäre die Frage „Wie bist du?“ viel spannender. Denn sie führt uns viel schneller zu dem, was uns eigentlich interessiert:
Wie ist diese Person die uns da gegenüber steht?

Die Frage „Wie bist du?“ ist allerdings ungewohnt und überraschend.

Wüsstest du wie du darauf antworten würdest? Wahrscheinlich würdest du zögern. Denn genau genommen ist diese Frage eine Frage nach der Persönlichkeit. Persönlichkeit ist eine Sache die wir bei uns selbst kaum hinterfragen. Denn schließlich sind das einfach wir.
Doch gerade diese Persönlichkeit ist das Fundament auf dem wir alles aufbauen. Freundschaften, Beziehungen, persönliche Entscheidungen. In kritischen Gesprächen, mit engen Freunden, kann es allerdings auch mal passieren, dass man zu hören bekommt „Warum willst das denn machen? Das passt doch gar nicht zu dir.“ Das ist dann der Moment in dem man beginnt sich zu hinterfragen.
Passt das wirklich nicht zu mir? Warum sollte das nicht zu mir passen? „Wie bin ich denn überhaupt?“

Du hast nicht spontan eine Antwort? Ich kann dich beruhigen. Bei fast 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten, stellt sich fast ständig jemand diese Frage. Daher boomen auch Persönlichkeitstest im Internet. Schnell, kostenlos, rund um die Uhr erreichbar.

Ich habe dir einen dieser zahlreichen Tests mal heraus gesucht und gehe darauf weiter ein. Die Rede ist von den Big 5 der Persönlichkeitsmerkmale.
Diese sind:

  • Offenheit für Erfahrungen
  • Gewissenhaftigkeit
  • Extraversion
  • Verträglichkeit
  • Neurotizismus

Auch wenn sich davon einige Begriffe im ersten Moment recht negativ anhören, so sind sie dies gar nicht. Um dir das zu zeigen entwirre ich die ganzen Begriff  ein wenig für dich.

Offen für Erfahrungen: Menschen die offen für Erfahrungen sind, sind erfinderisch & neugierig. Das Gegenteil davon ist konservativ oder vorsichtig. Vielleicht manchmal sogar zu vorsichtig?

Gewissenhaftigkeit: Mit Gewissenheit bist du effektiv und organisiert. Neigst vielleicht zu Perfektionismus? Doch vielleicht fehlt dir dann eine gewisse Unbekümmert. Oder wenn du keinen Wert auf Gewissenhaftigkeit legst: Bist du vielleicht manchmal ein wenig nachlässig?

Extraversion: Das Wort kennt man vielleicht auch unter dem Begriff intro- oder extrovertiert. Introvertierte sind eher zurückhaltend und reserviert. Extrovertierte sind eher gesellige Personen.

Verträglichkeit: Personen die eine geringe Verträglichkeit aufweisen sind wettbewerbsorientiert und eher antagonistisch eingestellt. Menschen mit einer hohen Verträglichkeit sind kooperativ, freundlich und mitfühlend.

Neurotizismus: Wer wenig neurotisch ist, ist selbstsicher, ruhig und ausgeglichen. Mit einem großen Hang zum Neurotizismus reagiert man sehr emotional und ist schneller verletzlich.

Bei jedem Menschen sind diese Eigentschaften unterschiedlich stark ausgeprägt. Daher ist es schwierig den Gegenüber im ersten Moment einzuschätzen. Es gibt allerdings noch etwas viel Wichtigeres als den Gegenüber einzuschätzen. Nämlich sich selbst richtig einzuschätzen.

„Sei wie du bist.“ hört man in allen Gassen und Gesprächen. Individualismus wird in der letzten Zeit immer stärker als Leitbild einer ganzen Generation propagiert. Selbstverwirklichung als Ideal einer ganzen Gesellschaft. Tatsächlich sind die Möglichkeiten sich frei zu entfalten, selten so groß wie heute.
Doch genau diese Selbstverwirklichung setzt eine existenzielle Sache voraus: Um „zu sein wie Du bist“, solltest Du doch zuerst wissen „Wer bist Du überhaupt?“

  • Welche Träume hast du?
  • Welche Wünsche hast du?
  • In welchem Job möchtest du gerne arbeiten?
  • Was brauche ich um zufrieden zu sein?
  • Welches Leben passt zu mir?
  • Welcher Job passt zu mir?
  • Habe Menschen um mich die zu mir passen?
  • Lebe ich in der Umgebung, die zu mir passt?
  • Welchen Urlaub würdest du gerne machen?
  • Gestalte ich meine Freizeit nach meinen Wünschen?
  • Bin ich das, was ich tue?
  • Bin ich „Ich?“

Passt es zu dir eine Weltreise zu machen bei der du sechs Wochen durch den Urwald schleichst? Oder 4 Wochen kein einziges Wort sprechen sollst? Mach dich doch mal auf die Suche nach deinen eignenen Wünschen. Mach dich frei von den Erwartungen anderer. Überlege, ob zum Beispiel Instagramm dich nötigt Reise zu unternehmen, bei denen du nur Fotos machst um damit anzugeben. Oder wecken diese Fotos tatsächlich das Fernweh in dir?
Nun verrate ich dir ein wenig über mich. Ich hab den Big5-Test auch gemacht. Das hier ist zum Beispiel meine Auswertung vom 07.05.17

Wie du siehst bin ich ein recht offener und aufgeschlossener Typ. Allerdings hab ich auch einen gewissen Hang zu Flüchtigkeitsfehlern und muss nicht immer alles strikt nach Vorschrift machen. Neugierig bin ich sowieso und auch Emotionen sind mir nicht unbekannt, auch wenn ich meistens mit diesen ganz gut Umgehen kann.

Kleines Funfact am Rande:

Forschern der Universität Cambridge und Standford haben mit Hilfe eines Computerprograms die Facebook-Likes von 86.000 Facebook Usern ausgewertet und ihre Big Five Charakterzüge bewertet. Danach wurden die User selbst nach deren Charakterzügen und ihre Freunde befragt.

Das Ergebnis: Das Computerprogramm gibt die Charakterzüge genauer an, als die Angaben der Facebook-Freunde. Nur die Angaben der Lebenspartner lagen im Ergebnis genauer.

https://big-five.plakos.de/

Fazit:
Immer wieder dreht es sich um die Frage „Wie ist eine Person?“ Von Vorteil ist es dabei zu wissen was einen selbst ausmacht. Das hilft bei wichtigen Entscheidungen weiter. Wer eher zu einem kleinen ruhigen Bürojob neigt, wird mit Eventmanagement vielleicht auf Dauer nicht glücklich, auch wenn es mal spannend ist in diesen Job hinein zu schnuppern.

Die derzeitige gesellschaftliche Situation bietet ein Maximum an persönlicher Freiheit, in der es verunsichern kann wenn man nicht weiß was man selbst will. Dafür muss man sich Fragen stellen, die einem Orientierung bieten können. Sonst läut man gegebenenfalls Trends hinterher, ohne selbst Zufriedenheit zu erreichen.

Persönlichkeitstest ims Internet bieten eine gewisse Orientierung bei der Frage „Wer bin ich“, doch diese sind nicht immer die perfekte Antwort.

Bis später.
Gruß Jan

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