Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – Wohin geht dein Blick?

Der Jahreswechsel ist gerade ein paar Tage vollzogen und in den letzten Tagen hast Du wahrscheinlich bereits den einen oder anderen Jahresrückblick von 2017 gelesen. Keine Sorge, dies wird keiner.
Die Begründung dafür findest Du so halb schon in der Überschrift. Bei einem Jahresrückblick schaut man zurück.

Warum lohnt sich, von Zeit zu Zeit ein Blick in die Vergangenheit?

„Wer die Vergangenheit eines Menschen nicht kennt, versteht sein Handeln nur schwer.“
– Goethe –

Sie kann eine gute Lehrerin sein, wenn man bereit ist ihr zu lauschen. Sie arbeitet mit der Gegenwart zusammen und kann dich Zusammenhänge klarer sehen lassen. Sie kann dich verstehen lassen, warum etwas so ist wie es ist.
Was sie nicht kann: Dich eine Entscheidung zurücknehmen lassen.

Vielleicht sitzt Du mal von Zeit zu Zeit in Ruhe. Dir streifen Gedanken durch den Kopf und du musst an früher denken. Es ist normal sich an die Gedanken zuerst zu erinnern, die zur aktuellen Situation passen. Bist du traurig, so fallen dir zuerst auch traurige Dinge aus deiner Vergangenheit ein. Bist du gut gelaunt, fällt dir wahrscheinlich Schabernack ein.
Doch es sind und bleiben Erinnerungen. Du wirst diese Erinnerungen so nie wieder neu erleben können. Selbst wenn du es erneut exakt genauso versuchst, so wird es dir nicht gelingen. Du wirst festhalten an dem, so wie du es in Erinnerung hast. Doch diese Erinnerung kann der Realität kaum gerecht werden. Selbst wenn die Realität dies schafft, sind es wahrscheinlich die Gefühle die anders sind.

Schwierig finde ich, wenn man ausschließlich in alten Erinnerungen schwelgt oder sogar dort gefangen ist. Alte Menschen tun dies zuweil, da sie weniger die Möglichkeit haben Neues zu erleben. Gerne schmunzeln wir über „Die Alten, die wieder von früher erzählen“. Doch wenn man es tatsächlich genauer betrachtet: Haben sie nur sehr wenig Neues zu erzählen.

Dafür brauchen wir die Gegenwart
Hier erleben wir die Dinge, an die wir in Zukunft zurückdenken können. Manches erleben wir nur oberflächlich, anderes wiederum sehr intensiv. Je alltäglicher die Erlebisse sind um so weniger Erinnerungstiefe wird ihnen zugeschrieben. Das hängt damit zusammen, dass unser Gehirn Routine liebt. Je mehr Routine das Hirn bekommt, um so leichter kann es arbeiten. Als Beispiel sei das Kochen genannt. Wenn man ein Rezept das erste Mal ausprobiert, so muss man vielleicht immer wieder nachsehen, ob man auch Nichts vergessen hat. Nach dem zweiten ,oder dritten Mal, allerdings klappt es deutlich entspannter. Denn man kann es fast auswendig, muss kaum noch nachlesen.

Um diesen Kreislauf von Unaufmerksamkeit zu durchbrechen, kann man zum Beispiel Achtsamkeit für sich nutzen. Gerade bei Situationen die bereits eine Bedeutung von vorne herein mit sich bringen. Dort lohnt es sich genau hinzusehen und hinzuhören. Das können zum Beispiel Gespräche mit Partnern, Freunden oder Familienmitgliedern sein. Gerade bei Streitgesprächen wird so etwas gerne vergessen, da „ja eh schon klar ist, wie das Gespräch laufen wird.“
Doch gerade dann sollte man hinhören.

„Wer die Vergangenheit nicht kennt, ist gezwungen, sie zu wiederholen“
– George Santayana –

Dieses Zitat bringt es ziemlich gut auf den Punkt.
Wenn man nicht versteht, warum etwas so läuft wie es läuft, dann wird man wahrscheinlich immer wieder die gleichen Schlüsse ziehen und Entscheidungen treffen. Doch gleichen Entscheidungen folgen auch gleiche Ergebnisse. Daher lohnt es sich genauer hinzusehen.

Spannend wird es tatsächlich wenn wir uns die Zukunft ansehen.
Hier ist noch nichts entschieden. Alles liegt noch vor dir. Je nach Laune können wir sie uns hell oder dunkel vorstellen. Großartig oder zutiefst niederschmetternd. Das Beste an der Zukunft ist allerdings: Es ist Nichts entschieden.

An dieser Stelle werde ich euch nun nicht versuchen einzureden, dass es in der Zukunft alles besser werden wird als es heute schon ist. Das wäre auch Quatsch. Für mich steht fest, dass wir viele Möglichkeiten haben um Einfluss auf die Zukunft zu nehmen. Frage ist nur „Will ich das?“ „Bin ich dazu bereit?“. Oder um noch früher anzufangen: „Was will ich überhaupt?“

Ein kleiner persönlicher Einwurf an dieser Stelle noch:

Vielleicht kann man schon die eine oder andere kleine Wertung aus den Abschnitten gewinnen. Warum ich darauf nochmal als Absatz eingehen möchte, ist folgende: Ich erlebe es immer wieder, dass Personen immer nur in einem der Zeiten festhängen. Ich bin da sicherlich auch keine Ausnahme. Vor ein paar Jahren hatte ich tausende Visionen im Sinn wie ich mit einem Blogbusiness mich selbstständig machen könnte um nie wieder arbeiten zu müssen. Guter Plan für die Zukunft. Das Problemchen: Ich hatte dafür den falschen Job, Verantwortung und mangelnde Disziplin im selbstständigen Arbeiten. Natürlich hätte ich in Wünschen und Träumen für die Zukunft weiterschwelgen können. Allerdings habe ich mich von der Gegenwart einholen lassen, bevor ich irgendwelche dummen Entscheidungen traf.

Bei anderen erlebe ich es stellenweise, dass sie in einer selbstbemittleidenden Vergangenheit festhängen. Oder sich immer noch von ihrer Vergangenheit runterziehen lassen. Je nachdem was man erlebt hat ist das wahrscheinlich auch ein Stück weit normal. Dort sollte man aber nicht auf Dauer festhängen ohne etwas ändern zu wollen. Nicht nur gibt man sonst die Verantwortung über sein Leben ab, sondern man nimmt sich auch die Chance auf eine sebstgestaltete Zukunft.
Sicherlich, man kann und soll sich Hilfe suchen, wenn man auf seinem Weg nicht weiter kommt. Doch auch Hilfe zulassen liegt im eigenen Zuständigkeitsbereich.

Jede Zeit hat ihre Vor- und Nachteile. Eine Frage bleibt nur für uns alle: In welcher Zeit lebst du?

Es gibt nur zwei Tage in deinem Leben an denen du nichts ändern kannst. Der eine ist gestern und der andere ist morgen.
– Dalai Lama –

 

Gehabt euch Wohl,
Gruß Jan

Posted in Gedanken.

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Hält überflüssige Worte für eben genau das. Daher erscheint hier ein Beitrag nur dann, wenn Worte auch gesagt werden wollen.

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