Was wäre wenn: Wenn Trump Europäer wäre

Die verrückten Amis. Also Trump hätte es in Deutschland ja nie so weit gebracht.

Nach dem ersten Schock über den Wahlausgang und die irritierenden Präsidentenerlässe des neuen amerikanischen Präsidenten Trump hält die Realität Einzug. Man realisiert, dass Trump seine Wahlversprechen ernst meint. So selbstmörderisch diese auch für die amerikanische Gesellschaft sein mögen, er setzt um wofür sie ihn gewählt haben.

Natürlich kann man im Nachhinein über „diese Amis“ spotten, doch wagen wir uns mal an ein Gedankenexperiment:
Was wäre wenn: Wenn Trump Europäer wäre?

Donald John Trump ist 1946 geboren worden, aufgewachsen als Nachkomme von deutschen Auswanderern. In einem gut situierten Elternhaus. Er hat seine Schullaufbahn an renommierten Schulen und Universitäten absolviert.
So weit, so gut. So normal. Das passiert in Europa und Deutschland zig Kindern von Eltern, die die nötigen finanziellen Mittel haben.

Anschließend ging er in die Wirtschaft und hat mit einigen Entscheidungen sein Unternehmen weit nach vorn gebracht. Das muss man anerkennen. Über die Art und Weise kann man dann wiederum um so besser streiten. Was auch diverse Personen taten.

Im Verlauf seiner 30-jährigen Wirtschaftstätigkeit vor allem im Immobilienbereich bestritt er 3500 Gerichtsverfahren, davon 1900 von ihm selbst angestrengt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Donald_Trump

Dann schaltete sich Trump in den Wahlkampf ein und bekanntermaßen gewann er ihn auch. Auf uns bezogen, wäre er dann wohl nun unser neuer Bundeskanzler.
Natürlich wäre das bei uns und unserer aufgeklärten Gesellschaft nie passiert. Wir wussten doch, was Trump alles von sich gegeben hat. Sein Frauenbild hätte hier direkt wieder zu einem #Aufschrei und #NeinheisstNein geführt.
Seid ihr da so sicher?

Unterstellt man dem amtierenden amerikanischen Präsidenten eine sprichwörtlich amerikanische Selbstüberschätzung und Egozentrismus, dann hat Trump es gar nicht nötig darauf weiter einzugehen. Eine Eigenschaft die sich die deutschen Politiker noch nicht angeeignet haben.

Aber das waren ja bekanntlich nicht die einzigen Skandale oder Unangemessenheiten die Trump beging.
Seine Migrationspolitik ist berühmt-berüchtigt. Er unterstellt indirekt allen Muslimen, sie seinen wahrscheinlich Terroristen.
Würde sowas auch in Deutschland gehen?

Aber sicher doch:

Der stellvertretender AfD-Vorsitzende, Alexander Gauland, hat nach den jüngsten islamistischen Terroranschlägen gefordert, das Asylrecht für Moslems auszusetzen. „Vor dem Hintergrund der vielen schrecklichen Terroranschläge muß jetzt das Asylrecht für Muslime umgehend ausgesetzt werden bis alle Asylbewerber, die sich in Deutschland aufhalten registriert, kontrolliert und deren Anträge bearbeitet sind“, sagte Gauland.

https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2016/afd-vize-gauland-fordert-einwanderungsstopp-fuer-moslems/

Von der Mauer zum Nachbarland Mexiko ganz zu Schweigen. Deutschland steht anscheinend noch nicht wieder so sehr auf Mauern, aber Zäune. Zäune gehen schon. Findet zumindest Rainer Wendt. Der ist diesmal allerdings nicht von der Alternative für Deutschland, sondern von der Polizeigewerkschaft.

Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat sich in der Flüchtlingskrise für einen Zaun an der deutschen Grenze ausgesprochen. „Wenn wir ernst gemeinte Grenzkontrollen durchführen wollen, müssen wir einen Zaun entlang der deutschen Grenze bauen“, sagte Wendt der „Welt am Sonntag“. Er sei dafür.

http://www.wiwo.de/politik/deutschland/fluechtlingskrise-sollte-deutschland-auch-einen-zaun-bauen/12464214.html

Wobei, wenn ich es mir recht überlege, Mauern gehen doch. zum Beispiel vier Meter hoch in München. Als Lärmschutz. Wegen einem Flüchtlingsheim.
Auffällig ist dabei nur: Keine andere Mauer in München ist so hoch wie diese.

Wie man sieht. Trumps Forderung nach einer Mauer zum Schutz des eigenen Landes ist gar nicht mal so ein Alleinstellungsmerkmal. Er ist dort in bester Gesellschaft mit anderen Menschen die das fordern. In Europa. In Deutschland. Skuril an der ganzen Sache ist allerdings bei ihm: Die Eingesperrten sollen auch noch dafür bezahlen. Das ist allerdings in der Tat ein recht neuer Ansatz.

Nicht zu vergessen sein Umgang mit den Medien. Sein erklärtes Lieblingsziel sind ja einige große Medienhäuser. Sein Lieblingswort seit Amtsantritt wahrscheinlich „Fake News!“ Diese Fake News kommen einem allerdings deutlich vertrauter vor wenn man es nicht Mit Falschmeldung übersetzt, sondern mit Lügenpresse. Mir war so, als hätte ich das irgendwo schon mal gehört. Vielleicht in Dresden? Mag sein. Hier dazu zumindest noch ein weiterer Link: http://www.n-tv.de/panorama/Studie-Mehrheit-haelt-Medien-fuer-gelenkt-article17604021.html

Könnte ein deutscher Politiker so wirre Ansprachen machen wie Trump?

Ja, definitiv. Leuchtende Beispiele bietet hier wieder mal die AFD.
Schießbefehle an Aussengrenzen gegen Kinder und Frauen?  (Von Storch)
Einen Boateng als Nachbarn würde man nicht haben wollen. (Gauland) und nicht zu vergessen der am meisten von allen falsch verstandene Mensch von allen: Björn Höcke.
Mehr zu dem System dahinter gibts hier zu lesen
Wie man sieht, vereint Trump nur mehrere Aspekte die wir bereits kennen. Nur nicht aus ein und dem selben Mund.

Daher lasse ich mich zu folgender Aussage hinreißen: Ja, eine Person wie Trump würde es auch in Europa, vll sogar in Deutschland schaffen das wichtigste Amt im Staate zu erreichen.
Traurig, aber leider doch realistisch.

Die Aussenpolitik Trumps stürzt die Welt zunehmend in eine Kriese der Unsicherheiten. Würde man dies in Europa machen, dürfte dies kurzfristig gravierende Auswirkungen haben. hier sind einfach deutlich mehr Nationen auf engerem Raum gebündelt. Zumal auch die militärische Stärke der USA ihr eine gewisse Sicherheit bietet. Eine Stärke die ein gespaltenes Europa nicht ebenfalls aufbringen kann.

Daher können wir nur hoffen, das ein so wankelmütiger und egozentrischer Mensch kein führendes Amt in der eurpäischen Politik erhält.
Ob die Deutschen bzw. anderen europäischen Nationen sinnvoller wählen, als die Amerikaner, werden wir in Kürze sehen.
In Deutschland stehen zum Beispiel Bundestagswahlen an und eins ist sicher: Die AFD wird sich nicht lange bitten lassen.

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